Sonntag, 30. September 2012

Ab ins Grüne… (Israel Tag 11)




10 Uhr:           Heute ist unser letzter Tag. Wir fliegen zwar erst morgen Früh, aber die nächste Nacht wird mehr oder weniger durchgemacht (wir fahren gegen Mitternacht zum Flughafen).


Unser erstes Ziel heute war die Knesset und die Menora davor. An der Knesset haben wir ein Referat gehört. Vor der Menora hat Ronit uns ausführlich die Symbole darauf erklärt. Diese Statue wurde Israel vom UK zur Parlamentseröffnung geschenkt. Zu sehen sind Episoden aus der jüdischen Geschichte und Tradition: Mose, Jesaja, David und Goliath, Römer, Juden in Spanien, Shoah etc. Leider konnte ich mir nicht alles merken. Am „Stamm“ des Leuchters steht jedenfalls das „Shema Israel“. Es hat mich gefreut, dass wieder eine Abbildung von Rut dabei war. Sie teilt sich einen Platz mit Rahel, weil beide in Verbindung mit Bethlehem stehen.

13:41 Uhr:      Wir kommen gerade aus den biblischen Gärten von Neot Kedumin. Das ist ein bisschen wie ein Erlebnismuseum. Es gibt Pflanzen, die in der Bibel eine Bedeutung haben und ein paar archäologische Steine.
Zuerst kamen wir an eine Stelle, an der Wein hergestellt wurde (Trauben zertrampeln, der Saft fließt in eine Kuhle, wo er gereinigt wird und dann in eine andere Kuhle zum gären). Ohne uns zu sagen, worauf es hinauslaufen würde, hat Ronit ein paar Freiwillige gesucht und als nur Maria nach vorne ging, bin ich ihr gefolgt. Ronit fragte uns, ob wir wüssten, wie der Wein gemacht wird und Maria meinte: „ja, also erstmal die Füße waschen…“. Maria und ich haben uns die Füße dann aber nicht gewaschen, als das Trauben zerstmpfen pantomimisch vorspielen mussten, während die anderen uns mit etwas, das wie „Haida“ klang, anfeuerten. Es gibt vermutlich viele peinliche Fotos davon.
Auf dem weiteren Verlauf des Weges trafen wir auf eine Zisterne. Rebekka und Stefan mussten das Treffen von Rebekka und Abrahams Knecht nachspielen (der Knecht soll eine Frau für Isaak suchen, er soll die wählen, die auf seine Frage, ob sie ihm Wasser schöpfen könnte, antwortet: Ich schöpfe Wasser für dich und deine [10] Kamele“). Rebekka hat dann auch einen Eimer Wasser hochgeholt, aber das Ganze 300 Mal (für die Kamele) zu wiederholen, wollte ihr keiner antun. Ronit hat uns dann noch gezeigt, wie das Wasser in die Zisterne fließt.
                        Bei unserem nächsten Halt haben wir einen Gottesdienst gefeiert. Justine hat Querflöte gespielt. Es war gut, ein Instrument dabei zu haben. Einmal natürlich, weil es schön klang. Aber auch, weil die Melodie der Lieder einmal vorgespielt wurde und ich das Gefühl hatte, dass diesmal mehr Leute mitgesungen haben als beim letzten Gottesdienst. Bei der Kommunion hat sie „Ihr Mächtigen“ gespielt und ich habe mich wieder gefragt, warum das Lied eigentlich nicht in unserem Liederheft steht.
Nach dem Gottesdienst kamen wir an eine Stelle, wo Oregano wächst. Wir sollten dann getrockneten Oregano und etwas Essig in einem Mörser zerstampfen und mit Salz mischen. Das war schon sehr lustig. Was dabei rauskam (oder rauskommen sollte), war Zatar. Wir durften uns etwas in kleine Tütchen abfüllen, der Rest wurde gesammelt.
                       
15:15 Uhr:      Ronit hat uns in ihre Sukka (Laubhütte) eingeladen. Das hat mich total gefreut. Schon seit ein paar Tagen sehen wir hier Hütten, im Entstehungsprozess oder schon fertig (in Vorbereitung auf das Laubhüttendfest, das heute beginnt), und ich wollte immer schon mal eine näher unter die Lupe nehmen.

Ronits Hütte besteht aus einem Gestell, die Wände bestehen aus Decken, die mit Wäscheklammern festgemacht sind. Das Dach besteht aus Palmenblättern, damit man die Sterne dadurch sehen kann. Innen hängen verschiedene Dekorationen: Bilder, Papierketten und so glitzernde Plastikgirlanden, die es bei uns auch für Weihnachtsbäume gibt. In der Mitte liegen Bastmatten und Kissen, ringsherum stehen Stühle.
Wir haben Pita-Brot mit Öl und dem Zatar, das wir selber hergestellt haben (und zu dem Ronit noch Salz hinzufügen musste), gegessen. Wir sollten das Brot aufklappen, es mit Öl vollsaugen lassen und es dann mit Zatar bestreuen. Das war eine ziemliche Sauerei. Ich hatte hinterher sicher mehr Öl an den Händen, auf der Hose und an den Schuhen als auf dem Brot.
Danach sollten wir eine Papierkette basteln (Papierringe ineinander tackern) und sollten alle etwas zu der Reise sagen.

Jetzt sind wir auf dem Weg nach Tel Aviv/ Jaffa. Ich habe überhaupt keine Lust mehr, etwas zu machen. Wir haben uns schon von Ronit verabschiedet und der Besuch in der Sukka war irgendwie so abschließend, dass es nicht mehr passt, jetzt noch Programm zu machen.

16:50 Uhr:    Wir hatten ganze 45 Minuten Auslauf in Alt-Jaffa. Die Luft außerhalb des klimatisierten Busses ist furchtbar. Wie im Tropenhaus. Ich sehne mich nach einer Dusche, aber werde erst in 24 Stunden wieder die Möglichkeit dazu haben. Die Aussicht hebt meine Laune nicht besonders. Für mich ist gerade die Luft ziemlich raus aus der Fahrt.
Heike und ich haben uns eben die Peterskirche angeguckt. Sie war nicht so überlaufen oder kitschig (oder beides) wie die Kirchen, die ich in den letzten Tagen gesehen habe. Ich fand das mal ganz angenehm und auch im Allgemeinen fand ich die Kirche ganz nett. Gut gefallen haben mir die Taube im Strahlenkranz über dem Altar und die Zweige auf dem Dach der Kanzel. Nervig war auf die Dauer der kitschige Gesang vom Band. Heike fand die Kirche schrecklich, weil sie sie an so Moralpriester mit erhobenem Zeigefinge erinnert hat.
Danach sind wir in Richtung Meer gelaufen, haben da Anna getroffen und uns zu ihr auf die Stufen einer Treppe gesetzt. Es war ein bisschen Wind, der uns etwas abgekühlt hat. Ich habe mich irgendwann an die Mauer am Meer gestellt und habe mir das Wasser angeguckt. Ich wäre so gerne rein gesprungen, aber für 45 Minuten war der Strand zu weit weg (und mein Badeanzug ist im Koffer).

Jetzt sind wir auf dem Weg nach Tel Aviv. Noch ein Programmpunkt, dann gibt es Essen und dann dauert es hoffentlich nicht mehr lange bis wir uns auf den Weg zum Flughafen machen. Ich würde wirklich noch ein bisschen hier bleiben, aber das Programm im Moment wirkt so, als solle es Zeit überbrücken, aber gleichzeitig haben wir zu wenig Zeit, wirklich was in Jaffa bzw. Tel Aviv zu machen und das nervt mich.

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