8:19 Uhr: Abfahrt vom Bahnhof mit Johanna
Ankunft am
Flughafen, Frodo (nein, der Name ist nicht auf meinen Mist gewachsen) am
Skytrain getroffen
9
Uhr: Treffen der
Gruppe, es wird jede Menge Infokram (Karten, Liederzettel etc.) verteilt.
Natürlich will keiner auf dem Stapel sitzen bleiben und versucht den immer
schnell weiter zu geben.
Schock: Unsere
Geschichte-Gruppe muss doch ein Kurzreferat halten?!?! Eigentlich hatten wir
abgesprochen, dass wir nur Experten sein müssten, aber nicht direkt ein Referat
halten.
Verwirrung: Was sollen
wir auf die Adressanhänger für den Koffer schreiben? Gut, dass eine Mitfahrerin
vorher einen Kofferguide rumgeschickt hat, auf den wir unsere Daten eintragen
konnten.
11:15
Uhr: 2. Sicherheitskontrolle hinter
uns; Polizei guckt in den Rucksack des Mädchens vor uns, findet ein Buch: „Uh,
das ist aber gefährlich!“ Mädchen guckt entsetzt. Polizist: „Ja, das ist doch
ein Triller. Kriegst du keine Albträume davon?“
11:25
Uhr: Warten am Gate, erste Männer mit
Stirnlocken gesichtet; Maria übt Hebräisch mit uns. Ob ich mir jemals toda raba
(vielen Dank) und bewakasha (bitte) jemals merken kann?
12:30
Uhr: An Bord des Flugzeugs; lustiges
Plätze tauschen, nur Johanna und ich haben es irgendwie nicht geschafft, Plätze
nebeneinander zu ergattern. Egal. Dann lese ich halt. Wofür habe ich denn mein
Buch dabei. Neben mir scheint ein orthodoxes Ehepaar zu sitzen.
13:45
Uhr: Es gibt das „leckere“
Flugzeugbrötchen, das ich nur mit viel Wasser runter kriege. Brauche gleich ein
Bonbon.
Ich muss die
ganze Zeit schon an das Lied der Wise Guys über das Fliegen denken. Aus
gegebenen Anlass: „Falls wir doch nicht explodier’n, dann bringt das Essen mich
halt um.“
Das Ehepaar
neben mir hat eben eine Box mit koscheren Essen bekommen. Die ist viel cooler
als dieses Wabbelbrötchen, das wir anderen bekommen haben, denn da sind auch
Chips und Kekse drin. Aber ich nehme an, dass sie dafür auch extra gezahlt
haben, während unser merkwürdiges Essen im Flugpreis mit drin ist.
15:30
Uhr: Wir fliegen immer noch.
Mittlerweile finde ich es sehr blöd, neben jemanden zu sitzen, den ich nicht
kenne. Außerdem sitze ich am Fenster und das Paar neben mir schläft die ganze
Zeit. Da will ich sie nicht aufscheuchen, in dem ich aufstehe und Johanna
besuche.
Ich habe schon
87 Seiten in dem neuen Elizabeth George Krimi gelesen, auch kurz gedöst und
gucke sonst aus dem Fenster. Es ist schon ganz nett, durch den Tausch einen
Fensterplatz bekommen zu haben – trotz der Probleme, diesen Platz zu verlassen.
Und die Aussicht ist auch schön. Beim Start habe ich den Rhein von oben
gesehen, zwischendurch schneebedeckte Berge und im Moment Wasser mit vielen
Inseln drin. Ich nehme an, wir fliegen über Griechenland, kann aber nichts
Genaues sagen, weil ich die Umrisse nicht kenne und unsere Reiseroute nicht auf
dem Bildschirm angezeigt wird. Stattdessen zeigen sie einen Film, den ich nicht
kenne. Um den Ton zu haben, hätte ich mir für 3€ Kopfhörer kaufen müssen. Aber
ich hatte noch nie was von dem Filmtitel gehört und will ihn auch nicht sehen.
Scheint nicht sehr spannend zu sein. Es sieht nach irgendeinem Liebes-/
Familienfilm aus.
Das Meer sieht
von hier oben so lustig aus. Man kann gar keine Wellen erkennen und es wirkt
von hier aus völlig fest. Als wären die Inseln aus einer Art 3D-Karton, der auf
einen blauen Untergrund geklebt wurde.
Ein Steward
meinte eben zu einer Frau, wie würden noch ca. Eine Stunde fliegen. Mal sehen,
wie ich die noch rumkriege. Ich werde mich wohl wieder meinem Krimi widmen und
hoffen, dass ich genug zu lesen mit auf die Reise genommen habe.
Ich ärgere mich
schon, dass ich nicht noch zusätzliches Papier für meine Fanfiction mitgenommen
habe. Das Flugzeug ist doch irgendwie ein geeigneter Ort, um seine Gedanken
fliegen zu lassen und etwas zu Papier zu bringen. Das Reisetagebuch möchte ich
eigentlich nicht zweckentfremden. Schließlich habe ich schon 4 Seiten
vollgeschrieben und wir sind nicht mal in Israel!
22:40
Uhr: In Deutschland ist es erst
21:40. Sind mittlerweile im Hotel angekommen. Ankunft am Flughafen war
chaotisch. Wir haben ewig an der Passkontrolle gewartet. Der Kontrolleur
quatschte immer wieder mit seiner Kollegin. Alle anderen aus unserer Gruppe
waren längst durch, als ich endlich dran kam. Bei der Beantwortung der Fragen
habe ich etwas gestottert und gestockt, aber ich scheine alles zur Zufriedenheit
der Beamtin beantwortet zu haben. Jedenfalls durfte ich ohne eine
Leibesvisitation weiter. Am Gepäckband stand nur noch ein kleiner Teil unserer
Gruppe. Ihnen wäre gar nicht aufgefallen, dass wir fehlten, hätte Heike nicht
so einen auffälligen Koffer gehabt. Die Vorstellung ist nicht besonders
beruhigend.
Außerdem ist ein Koffer
abhanden gekommen. Wir haben schon überlegt, eine T-Shirt-Sammelaktion für
Volker ins Leben zur rufen, wobei fraglich ist, ob ihm die Mädchen-T-Shirts
passen…
Am Flughafen wurden wir
von dem Bus abgeholt und sind etwa eine Stunde bis zum Hotel nach Netanya
gefahren. Da gab es erst mal (sehr fettiges) Abendessen.
Das Hotel liegt direkt
am Meer! Von unserem Balkon im 9. Stock haben Johanna und ich auch eine gute
Sicht darauf und hören das Meer rauschen.
Eben waren wir noch am
Strand. Sehr schön! Endlich mal wieder ans Meer! Mein letztes Mal war im
Oktober 2010 in Gijón und das war der Atlantik und sehr kalt. Das Mittelmeer
hier ist echt pisswarm. Wenn man schwimmen will, muss man erst mal
kilometerweit laufen. Johanna und ich wollen morgen früh trotzdem schwimmen
gehen. Wenn wir so früh aus dem Bett kommen… Frühstück gibt es ab 6.30 Uhr und
der Bus fährt um 8.
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