Donnerstag, 20. September 2012

Die Welt von oben (Israel Tag 1)




8:19 Uhr:        Abfahrt vom Bahnhof mit Johanna
Ankunft am Flughafen, Frodo (nein, der Name ist nicht auf meinen Mist gewachsen) am Skytrain getroffen

9 Uhr:          Treffen der Gruppe, es wird jede Menge Infokram (Karten, Liederzettel etc.) verteilt. Natürlich will keiner auf dem Stapel sitzen bleiben und versucht den immer schnell weiter zu geben.
                  Schock: Unsere Geschichte-Gruppe muss doch ein Kurzreferat halten?!?! Eigentlich hatten wir abgesprochen, dass wir nur Experten sein müssten, aber nicht direkt ein Referat halten.
                      Verwirrung: Was sollen wir auf die Adressanhänger für den Koffer schreiben? Gut, dass eine Mitfahrerin vorher einen Kofferguide rumgeschickt hat, auf den wir unsere Daten eintragen konnten.

11:15 Uhr:      2. Sicherheitskontrolle hinter uns; Polizei guckt in den Rucksack des Mädchens vor uns, findet ein Buch: „Uh, das ist aber gefährlich!“ Mädchen guckt entsetzt. Polizist: „Ja, das ist doch ein Triller. Kriegst du keine Albträume davon?“

11:25 Uhr:      Warten am Gate, erste Männer mit Stirnlocken gesichtet; Maria übt Hebräisch mit uns. Ob ich mir jemals toda raba (vielen Dank) und bewakasha (bitte) jemals merken kann?

12:30 Uhr:   An Bord des Flugzeugs; lustiges Plätze tauschen, nur Johanna und ich haben es irgendwie nicht geschafft, Plätze nebeneinander zu ergattern. Egal. Dann lese ich halt. Wofür habe ich denn mein Buch dabei. Neben mir scheint ein orthodoxes Ehepaar zu sitzen.

13:45 Uhr:    Es gibt das „leckere“ Flugzeugbrötchen, das ich nur mit viel Wasser runter kriege. Brauche gleich ein Bonbon.
Ich muss die ganze Zeit schon an das Lied der Wise Guys über das Fliegen denken. Aus gegebenen Anlass: „Falls wir doch nicht explodier’n, dann bringt das Essen mich halt um.“
Das Ehepaar neben mir hat eben eine Box mit koscheren Essen bekommen. Die ist viel cooler als dieses Wabbelbrötchen, das wir anderen bekommen haben, denn da sind auch Chips und Kekse drin. Aber ich nehme an, dass sie dafür auch extra gezahlt haben, während unser merkwürdiges Essen im Flugpreis mit drin ist.

15:30 Uhr:      Wir fliegen immer noch. Mittlerweile finde ich es sehr blöd, neben jemanden zu sitzen, den ich nicht kenne. Außerdem sitze ich am Fenster und das Paar neben mir schläft die ganze Zeit. Da will ich sie nicht aufscheuchen, in dem ich aufstehe und Johanna besuche.
Ich habe schon 87 Seiten in dem neuen Elizabeth George Krimi gelesen, auch kurz gedöst und gucke sonst aus dem Fenster. Es ist schon ganz nett, durch den Tausch einen Fensterplatz bekommen zu haben – trotz der Probleme, diesen Platz zu verlassen. Und die Aussicht ist auch schön. Beim Start habe ich den Rhein von oben gesehen, zwischendurch schneebedeckte Berge und im Moment Wasser mit vielen Inseln drin. Ich nehme an, wir fliegen über Griechenland, kann aber nichts Genaues sagen, weil ich die Umrisse nicht kenne und unsere Reiseroute nicht auf dem Bildschirm angezeigt wird. Stattdessen zeigen sie einen Film, den ich nicht kenne. Um den Ton zu haben, hätte ich mir für 3€ Kopfhörer kaufen müssen. Aber ich hatte noch nie was von dem Filmtitel gehört und will ihn auch nicht sehen. Scheint nicht sehr spannend zu sein. Es sieht nach irgendeinem Liebes-/ Familienfilm aus.

Das Meer sieht von hier oben so lustig aus. Man kann gar keine Wellen erkennen und es wirkt von hier aus völlig fest. Als wären die Inseln aus einer Art 3D-Karton, der auf einen blauen Untergrund geklebt wurde.

Ein Steward meinte eben zu einer Frau, wie würden noch ca. Eine Stunde fliegen. Mal sehen, wie ich die noch rumkriege. Ich werde mich wohl wieder meinem Krimi widmen und hoffen, dass ich genug zu lesen mit auf die Reise genommen habe.
Ich ärgere mich schon, dass ich nicht noch zusätzliches Papier für meine Fanfiction mitgenommen habe. Das Flugzeug ist doch irgendwie ein geeigneter Ort, um seine Gedanken fliegen zu lassen und etwas zu Papier zu bringen. Das Reisetagebuch möchte ich eigentlich nicht zweckentfremden. Schließlich habe ich schon 4 Seiten vollgeschrieben und wir sind nicht mal in Israel!

22:40 Uhr:      In Deutschland ist es erst 21:40. Sind mittlerweile im Hotel angekommen. Ankunft am Flughafen war chaotisch. Wir haben ewig an der Passkontrolle gewartet. Der Kontrolleur quatschte immer wieder mit seiner Kollegin. Alle anderen aus unserer Gruppe waren längst durch, als ich endlich dran kam. Bei der Beantwortung der Fragen habe ich etwas gestottert und gestockt, aber ich scheine alles zur Zufriedenheit der Beamtin beantwortet zu haben. Jedenfalls durfte ich ohne eine Leibesvisitation weiter. Am Gepäckband stand nur noch ein kleiner Teil unserer Gruppe. Ihnen wäre gar nicht aufgefallen, dass wir fehlten, hätte Heike nicht so einen auffälligen Koffer gehabt. Die Vorstellung ist nicht besonders beruhigend.
                       Außerdem ist ein Koffer abhanden gekommen. Wir haben schon überlegt, eine T-Shirt-Sammelaktion für Volker ins Leben zur rufen, wobei fraglich ist, ob ihm die Mädchen-T-Shirts passen…

                   Am Flughafen wurden wir von dem Bus abgeholt und sind etwa eine Stunde bis zum Hotel nach Netanya gefahren. Da gab es erst mal (sehr fettiges) Abendessen.
                     Das Hotel liegt direkt am Meer! Von unserem Balkon im 9. Stock haben Johanna und ich auch eine gute Sicht darauf und hören das Meer rauschen.
                     Eben waren wir noch am Strand. Sehr schön! Endlich mal wieder ans Meer! Mein letztes Mal war im Oktober 2010 in Gijón und das war der Atlantik und sehr kalt. Das Mittelmeer hier ist echt pisswarm. Wenn man schwimmen will, muss man erst mal kilometerweit laufen. Johanna und ich wollen morgen früh trotzdem schwimmen gehen. Wenn wir so früh aus dem Bett kommen… Frühstück gibt es ab 6.30 Uhr und der Bus fährt um 8.

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