Freitag, 23. Dezember 2011

Wünsch dir was – Wise Guys in der Gruga-Halle

Am Samstag waren wir (Lotta, Lisa und ich) beim Wise Guys Konzert in der Gruga-Halle. Das Konzert war das letzte 2011 und Teil der Wunschtour. Die Fans konnten schon länger für ihre Lieblingslieder abstimmen und auch während des Konzerts hatten wir viermal die Möglichkeit, uns zwischen zwei Liedern per Applaus zu entscheiden. Zwei Geräte haben die Lautstärke gemessen und das Lied, für das mehr gejubelt wurde, wurde gesungen. Durch die Wunschtour habe ich viele Lieder zum ersten Mal live gehört, was eindeutig ein Vorteil ist. Der Nachteil war allerdings, dass ich bei den Liedern, die es zur Abstimmung gab, immer lieber das hätte hören wollen, das nicht gewählt wurde und dann auch schon wusste, dass es nicht mehr gesungen werden würde, was schade war. Zwei oder dreimal ist es auch extrem knapp ausgefallen…

Leider war das Publikum – vor allem zu Beginn – etwas lahm. Nach dem ersten Lied meinte Dän, dass wir ja sehr leise gewesen wären, er habe sich schon gefragt, ob er bei der „Versteckten Kamera“ sei und vor einer leeren Halle auftreten würde.
Das erste Lied war „Jetzt ist Sommer“. Ein bisschen befremdlich im Winter, was vielleicht auch der Grund für die leicht verhaltene Reaktion der Essener war, aber Sommer ist bekanntlich das, was in deinem Kopf passiert. Also - warum nicht? Wenn es schon nicht schneit, möchte ich wenigstens Sommer haben.
Zum ersten Mal live habe ich auf jeden Fall „Du doof“, „Buddy Biber“ und „King of the Road“ gehört. Ehrlich gesagt, war ich ein bisschen verwirrt, dass sich anscheinend so viele Leute „Du doof“ gewünscht haben. Ich finde es eigentlich nicht so besonders – es gibt sehr viele bessere Lieder, aber vielleicht ist das einfach das, was viele Menschen gerne ihre Mitmenschen sagen wollen. An der Stelle, als die Bergpredigt mit „Selig sind die geistig Armen“ zitiert und die Frage gestellt wird, ob der Himmel denn so viele Selige verkraften könnte, meinte Wiebke. dass sie sich das auch oft fragen würde.
Bei „Buddy Biber“ war es sehr cool, die passenden Bewegungen dazu zu sehen. Und was mich auch immer wieder beeindruckt, ist wie sie die Geräusche nachmachen, die in Zeichentrickserien immer die Handlung begleiten. Das klingt richtig cool. In meinem Kopf ist dazu die ganze Zeit ein Film über den kleinen Biber und den bösen Förster abgelaufen.
Andere Lieder hatte ich natürlich schon live gesehen. „Jetzt und hier“, „Ruf doch mal an“ und „Wo der Pfeffer wächst“ waren mit Sicherheit bei der Spezialnacht 2008 dabei. „Mittsommernacht bei IKEA“ und „Hamlet“ (mit Aggro Hürth ;-)) habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, auf beiden Kirchentagen gehört.
In Dresden habe ich zum ersten Mal das neue Lied zu der Deutschen Bahn gehört. Das haben sie Samstag auch gesungen. Denn natürlich wollten sich die Wise Guys auf ihre Wunschtour auch etwas wünschen. Sie haben einige neue Lieder gesungen. Eins über Berlusconi, ein anderes über den vierzigsten Geburtstag.
Passend zur Wunschtour gab es auch ein Lied über das Wünschen. Dass man sich immer die Sachen wünscht, die eigentlich am unerreichbarsten sind. In der letzten Strophe hieß es auch „Ich wünsche mir, dass die Wise Guys den ‚Ohrwurm‘ wieder singen“. Herrlich, wie sie sich auch selbst aufs Korn nehmen können. Nach dem Lied dachte ich mir dann auch „Okay, das war’s. Sie werden ihn nicht singen.“ So ganz hatte ich die Hoffnung zwar nicht aufgegeben, schließlich war ich davon überzeugt, dass sich ziemlich viele den „Ohrwurm“ gewünscht hatten, und ich konnte mir schlecht vorstellen, dass die Wise Guys über eine so demokratische Entscheidung einfach hinweg gehen würden.
Dann wurde der Ohrwurm doch noch gesungen. Eddi und Nils haben sich ihr Liedduell geliefert („Ich sing dich an die Wand“) und bevor Nils die Sirene nachmacht, animiert Eddi ja immer das Publikum, den „Ohrwurm“-Refrain zu singen. Das bietet sich natürlich als Übergang zum „Ohrwurm“ an. Und tatsächlich – der „Ohrwurm“ kam als letztes Lied des regulären Konzertteils. Großartig! Ich habe mich total gefreut.

Musikalisch gesehen, war das Konzert total toll. Etwas frustrierend waren eben die anderen Zuschauer. Es wurde im Laufe des Konzerts zwar besser und wir waren auch nicht zu leise für die Messgeräte, wie schon gefürchtet wurde, aber irgendwie war die Stimmung nicht so mitreißend. Wenn ein Lied dann mal richtig Stimmung gemacht hat, ist die nach dem letzten Ton aber wieder abgeflaut. Lisa und ich trauten uns auch kaum, aufzustehen und mitzusingen, weil wir uns nicht sicher waren, wie die Leute um uns herum das finden würden. In der Reihe vor uns saßen nur Menschen mit grauen Haaren und die eine schien sich zwischendurch die Ohren zuzuhalten. Aber auch die jüngeren Fans schienen lieber zuhören als mitsingen zu wollen. Das war ziemlich schade. Vielleicht wäre es doch eine Überlegung wert, im Juni zum Tanzbrunnen nach Köln zu fahren. Drei Kinder im Block neben unserem waren aber richtig begeistert. Sie sprangen die ganze Zeit auf und ab. Das war sehr süß.

Am Schluss haben auch alle mehrere Zugaben verlangt. Die letzte Zugabe war dann „O come all ye faithful“. Das klang wunderschön und war sehr passend für ein Konzert kurz vor Weihnachten. Es ist im Moment zwar ziemlich stressig, aber bei dem Lied kam dann doch Weihnachtsstimmung auf.
Das absolut letzte Lied war „Das fremde Wesen“ beim Afterglow. Ein Mädchen aus Essen (oder zumindest der Umgebung) hat mit den Wise Guys zusammen das Lied gesungen. Sie hatten vor der Tour dazu aufgerufen, sich zu bewerben, weil die Sängerin, mit der sie das Lied sonst mitgesungen hatte, nicht bei allen Konzerten Zeit hatte. Das Mädchen hat das aber echt gut gemacht, es war zwar etwas leise, aber das lag sicher an der Aufregung. Wann singt man schon mit seiner Lieblingsband vor so vielen Menschen ein Lied zusammen?

Montag, 19. Dezember 2011

Wunderschönes Wales

Anfang Dezember war ich in Wales und habe Johanna besucht, die da Erasmus macht. Es war sehr schön. Die vier Tage (Donnerstag bis Sonntag) Auszeit von der Uni taten gut, auch wenn ich die Zeit eigentlich nicht gehabt hätte, Wales ist ein sehr schönes Land (zumindest die Teile, die ich gesehen habe) und ich habe mich total gefreut, Johanna mal wiederzusehen.

Ich bin bis London geflogen und von da mit der Bahn weiter nach Newport. Weil Johanna an meinem Ankunftstag aber noch eine Exkursion von der Uni aus hatte, habe ich zunächst ein paar Stunden in London verbracht. Nachdem ich das letzte Mal vor etwa fünf Jahren in London war, hat mich das auch gar nicht gestört, eher im Gegenteil.
So gegen acht, halb neun morgens bin ich ziemlich verschlafen (ich hatte in der Nacht nur drei Stunden schlafen können) in London gelandet. Vom Flughafen bin ich bis zum Paddington Station gefahren. Da habe ich meinen Koffer verstaut - und musste erst mal den Sicherheitsbeamten überreden, dass er mich auf den Bahnsteig ließ, wo die Gepäckaufbewahrung war. Er konnte nicht verstehen, wieso ich auf den Bahnsteig wolle, wenn ich den Zug nicht nehmen wollte.
Als das geschafft war, habe ich mir Frühstück und eine U-Bahn-Fahrkarte geholt (nach einigen sprachlichen Schwierigkeiten - die drei spanischen Frauen hinter mir hatten mich völlig aus dem Konzept gebracht! :-D) und los ging die Entdeckungstour. Eigentlich hatte ich mir überlegt, ins Sherlock Holmes-Museum zu gehen, aber dann wurde es doch eher ein "Hinfahren - Foto machen - wegfahren" von Londons Highlights.
Von Paddington aus bin ich zum Gleis 9 3/4 an King's Cross gefahren. Es hat mich sehr gewundert, dass da niemand war. Also niemand an dem Gepäckkarren, der da halb in einer Außenwand des Bahnhofs unter einem Baustellengerüst verschwindet, über dem "Platform 9 3/4" steht, war. Bei King's Cross liefen natürlich schon Menschen rum, aber alle Hogwartsschüler und die, die es gerne wären, schienen gerade anderes zu tun zu haben. Wahrscheinlich haben sie Weihnachtseinkäufe in Hogsmeade bzw. Harrods gemacht.
Von King's Cross (und St Pancras) aus bin ich mit der U-Bahn zum Tower und zur Tower Bridge gefahren. Von da aus an der Themse entlang gegangen, vorbei an der HMS Belfast und der Golden Hinde (dem Schiff von Sir Francis Drake) zum Globe Theatre, was ich leider auch nur von außen gesehen haben. Vor fünf Jahren war ich einmal drin und fand es wunderschön. Irgendwann muss ich nochmal rein. Dann könnte ich mir auch mal ein Theaterstück darin ansehen...
Vom Globe aus ging es über die Millenium Bridge (die Brücke, die im sechsten Harry Potter-Film zerstört wird - ja, ich war ein wenig auf Harry Potters Spuren unterwegs) auf die St Paul's Cathedral zu, wo Menschen der Occupy-Bewegung campten.
Von da aus bin ich mit der Bahn zu den Houses of Parliament und Big Ben gefahren. Dort konnte ich auch einen Blick auf das London Eye werfen. Vor dem Gebäude liefen merkwürdige Menschen in Polyesterkleidern und Gummimasken, die wohl die Queen darstellen sollten, rum. Ich nehme an, die haben für irgendetwas Werbung gemacht - oder es waren Zauberer, die sich als Muggle verkleidet unter die Leute mischen wollten... :-D Gegenüber dem Parlamentsgebäude standen weitere Zelte der Occupy-Menschen.
Ich habe mich davon aber nicht beirren lassen und bin weiter zur Westminster Abbey gelaufen, wo ich eine Frau abgeschüttelt habe, die mir unbedingt eine gelbe Blume aufschwatzen wollte. Auch diese Kirche habe ich mir - wie alle anderen Gebäude auch - nur von außen angeguckt und bin weiter Richtung Buckingham Palace gelaufen. Im St James Park habe ich ein kleines Picknick gemacht und die vielen Eichhörnchen beobachtet. Die waren so süß! Der krönende Abschluss im wahrsten Sinne des Wortes meines Londonrundgangs war der Buckingham Palace. Die Queen war da, aber ich habe sie nicht auf eine Tasse Tee besucht, sondern bin wieder zum Bahnhof Paddington gefahren, weil dort um 15 Uhr mein Zug nach Newport abfuhr.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auf der Fahrt viel nach draußen zu sehen und mir die Landschaft anzugucken. Allerdings haben mir die frühe Dunkelheit im Dezember und meine Müdigkeit zwei Striche durch die Rechnung gemacht. Ich bin während der Fahrt immer wieder eingenickt und bin bei jedem Halt wieder aufgeschreckt. Schließlich wollte ich Newport ja nicht verschlafen. Bei meiner Ankunft war es schon stockdunkel.
Johanna hat mich vom Bahnhof abgeholt und wir wollten erst noch ein bisschen durch Newport laufen, weil die Läden aber alle schon dabei waren zu schließen (so gegen fünf oder sechs Uhr während der Woche), sind wir recht bald zum Busbahnhof gegangen und sind nach Caerleon gefahren. Das liegt wirklich am Ende der Welt. Zwischendurch habe ich nicht mal Lichter von Häusern gesehen. Es ist aber wirklich niedlich da. Johanna wohnt auf dem Campus in einer WG in einem Haus, das nach einer Person aus der walisischen Mythologie, Hafren, benannt ist.

Eigentlich wollten wir am Tag danach früh los nach Cardiff, aber wir haben zu lange geschlafen. ;-) Wir sind dann erst gegen Mittag gefahren. Aus dem Busfenster konnten wir auch das Millenium Stadium sehen, aber näher betrachtet haben wir es nicht. Da standen ganz andere Sachen auf der Liste.
Vom Busbahnhof aus sind wir durch die Cardiffer Innenstadt gelaufen und haben uns Welsh Cake gekauft. Das sind so kleine platte Gebäckstücke mit Rosinen drin. Sehr lecker. So gestärkt sind wir zu unserem ersten Besichtigungspunkt gegangen: Cardiff Castle, ziemlich groß und sehr schön. Johanna war schon zum dritten Mal da. Es scheint auch bei Schulklassen beliebt zu sein Auf jeden Fall war eine da und viele Kinder hatten sich ein Holzschwert gekauft, mit denen sie sich auf dem Platz vor dem Museumsshop einen Kampf lieferten.

Die Burg hat eine über tausandjährige Geschichte, die mit den Römern beginnt, die an der Stelle ein Fort bauten. In den folgenden Jahrhunderten lebten verschiedene adelige Familien auf dem Gelände bis es 1947 an die Stadt Cardiff gegeben wurde.
Im Eintrittspreis enthalten war ein Audio-Guide enthalten. Ich habe mir zwar nicht alle Erklärungen angehört - Johanna musste mich manchmal daran erinnern, dass ich das Ding dabei hatte (aber ich musste es doch auch vor dem Regen unter meiner Jacke schützen) - aber die, die ich gehört habe, fand ich gut gemacht. Am besten hat mir die Geschichte einer Frau gefalle, die als junges Mädchen in der Küche des Castles gearbeitet und im Turm unter der Uhr schlafen musste. Dort ist sie zu Beginn immer wieder aufgewacht, weil die Uhr so laut war. Dieser Turm hat es mir sowieso angetan, weil der so schön war.
Außerdem gibt es auf der Burg noch ein Gehege mit Adlern. Als Johanna und ich darauf zu gegangen sind, haben wir zwei junge Männer mit einem Adler gesehen. Ein älterer Mann, der sich mit ihnen unterhalten hatte, kam auf uns zu und meinte: "Watch out. These guys are trouble!" Als wir dann vor dem Gehege standen, kam der eine Adlerpfleger zu uns rüber und fragte, ob er mal wieder eine "bad reputation" bekommen hätte. Oh ja... ;-)
Nach dem Schloss sind wir zum Hafen von Cardiff gefahren. Da wollte ich unbedingt hin, weil dort das unterirdische Hauptquartier von Torchwood ist. Torchwood ist eine geheime Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Erde vor Außerirdischen zu bewahren (oh nein, jetzt habe ich es verraten...). Zumindest, wenn man einer BBC-Fernsehserie glaubt. Denise hat mich mit dem Torchwood-Fieber angesteckt und ich dachte, wenn ich schon mal nach Cardiff komme, dann muss ich auch zum Mermaid Quay.
In der Nachbarschaft des Torchwood Hauptquartiers befindet sich auch das Millenium Centre (ein kulturelles Zentrum) und die Welsh Assembly (sowas wie die walisische Landesregierung). Außerdem gibt es eine Wand, an der Torchwood-Fans ihrer Lieblingsserie und insbesondere einer Person der Serie, die leider gestorben ist, ihren Tribut erbringen. Es ist schon verrückt, auf was für Ideen Fans kommen, aber es ist auch cool, dass sie so kreativ sind.
Auch abgesehen von dem Torchwood-Bezug ist die Cardiff Bay eine schöne Ecke von Cardiff, auch wenn der Platz sehr modern und eigentlich nicht mein Geschmack ist. Das Meer und die netten Restaurants drumherum machen es wieder wett.
Auf dem Roald Dahl Plass steht ein Turm mit einer verspiegelten Außenhaut, an dem Wasser herunterläuft. Je nachdem wie man sich vor dem Spiegelturm positioniert, macht der einen sehr schön schlank. :-D Die schmalen Säulen, die um den Turm herum stehen, werden nachts lila beleuchtet. Das sieht allerdings etwas bescheuert aus. Eigentlich wollten wir am Bay auf eine Erasmus-Kommilitonin von Johanna warten, aber die schaffte es nur in die Innenstadt und wir wurden am Millenium Centre ziemlich nass. Das stereotype britische Wetter eben.

Am Samstag hat ein walisischer Kommilitone von Johanna uns beide und eine weitere Deutsche im Auto mitgenommen. Wir wollten zur Tintern Abbey, einer Klosterruine und zum Chepstow Castle (wieder alte Steine angucken - ich fand's gut). Zuerst haben wir aber einen kleinen Ausflug nach England gemacht. Es gibt eine Brücke, die Wales und England verbindet. Die Severn Bridge. Wir hätten irgendwo vor der Brücke in Richtung Tintern abbiegen müssen, aber das hatte Martyn vergessen. Die Nirvana-CD war zu laut für das Navi und wahrscheinlich haben wir drei hübschen Mädels ihn irgendwie nervös gemacht. So landeten wir jenseits des Severn. Wir mussten umdrehen und über die Brücke zurück fahren. Das Kuriose daran ist, dass es zwar kostenlos ist, von Wales nach England zu fahren, aber von England nach Wales kostet es fast sechs Pfund. Die spinnen, die Briten, um es mal mit den Worten von Obelix zu sagen.
Etwas später als geplant kamen wir also an der Tintern Abbey an. Übrigens liegt die in der Nähe des Forests of Dean, des Waldes, in dem - Harry Potter Fans wissen es - Harry das Schwert von Gryffindor aus dem gefrorenen Teich gefischt hat. Ich bin fast ausgeflippt, als ich das Schild gesehen habe. Martyn meinte, ihm sei das auch aufgefallen. Und Johanna hat erzählt, dass seine Eltern in der Nähe des Strandes wohnen, wo die Szenen in Shell Cottage gefilmt wurde. Beneidenswert.
Nachdem ich mich über den Forest of Dean gefreut hatte, konnte ich mich auch von Tintern Abbey beeindrucken lassen. Die Ruine ist ziemlich gut erhalten, aber das Dach fehlt. Stellt euch vor: Ihr steht auf einer Rasenfläche und um euch herum stehen die Wände einer Kathedrale. Sogar viele der Rosetten in den Fenstern sind noch erhalten. Dann schaut ihr nach oben und seht den blauen Himmel (ja, wir hatten gutes Wetter).
Es ist so verrückt. Einerseits steht man in einer Kirche und kann sich mit ein wenig Fantasie vorstellen, wie die mal ausgesehen hat, andrerseits merkt man, wie sehr die Natur sich das alte Gebäude schon zurück geholt hat. Kein Steinfußboden mehr sondern Gras. Durch die Fenster sieht man den Wald. Und bei Regen würde man ziemlich nass. Es ist einfach nur gigantisch. Die anderen Gebäude um die Kirche herum sind in einem weniger guten Zustand, aber was noch sehr beeindruckend ist, ist eine sehr ausladende Eiche auf dem Gelände. Die musste auch für einige Fotos herhalten. ;-)
Von der Tintern Abbey ging es dann (mit einer nur geringen Verspätung, weil wir dreimal durch Chepstow gekurvt sind) nach Chepstow zum Castle. Die Burg liegt auf einem Hügel, ist viel größer, als sie von außen aussieht. Ständig findet man einen anderen Raum, in den man hineingehen, eine andere Treppe, die man hochsteigen kann. Irgendwann standen wir auf einer Mauer und schauten zu einem Turm herüber, über dem ein Schwarm Vögel kreiste. Das hat mich ein wenig an Ronja Räubertochter erinnert.
Außerdem war in Chepstow Castle an dem Tag unseres Besuchs ein Reenactment. Das Mittagessen haben wir zwar leider knapp verpasst, aber die Frauen in der Küche erklärten uns trotzdem, was die Menschen früher gegessen haben und dass die Bauern sehr viel gesünder gelebt hätten als die Adeligen (mehr Gemüse) und deswegen auch oft älter geworden wären. Im Raum über der Küche wurden unter anderem Waffen gezeigt. Wir konnten verschiedene Schwerter, einen Speer und ein Kettenhemd in die Hand nehmen. Es hat mich doch gewundert, wie schwer das Kettenhemd war. Klar, 35 Kilo sind schon eine Menge, aber wenn man das Hemd in die Hand nimmt, merkt man erst, wie viel das wirklich ist. Ich hätte darin sicher nur mit Mühe die Arme heben können.
Der Mann, der uns die Waffen gezeigt hat, wusste echt viel darüber. Er hat erzählt, dass durch den Gebrauch des Langbogens (glaube ich), die Männer auch ganz unterschiedlich ausgebildete Muskeln hatten und man bei manchen Leuten heute denkt, sie hätten einen Buckel gehabt, obwohl das nur die Schultermuskeln waren, die auf der einen Seite viel trainierter waren als auf der anderen. Auf uns wirkte der Mann ein bisschen so, als habe er vergessen, dass er im 21. Jahrhundert lebt. Er hat mit so einer Leidenschaft erzählt - und wenn ich mich recht erinnere sogar im Präsenz gesprochen, auf jeden Fall immer in der ersten Person Plural, dass man davon ausgehen konnte, dass wenn es nur den geringsten Anlass gegeben hätte, er mit seinen Schwert aus dem Raum gestürmt wäre und seine Burg verteidigt hätte.

Am Sonntag musste ich leider schon wieder zurück fliegen. Wir haben noch mal einen Spaziergang durch Caerleon gemacht und sind dann nach Newport gefahren. Da habe ich mir die Stadt noch mal im Hellen angesehen und mir einen Agatha Christie Krimi gekauft (natürlich "4.50 from Paddington" - das musste sein, da ich doch schließlich von dem Bahnhof nach Wales gefahren bin). Bevor ich zum Bahnhof musste, haben wir noch einen Kaffee bzw. Kakao getrunken. Doch dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Die Zeit bei Johanna war schön, aber leider zu kurz.

Am Bahnhof hieß es zuerst, der Zug hätte 50 Minuten Verspätung. Zwei Minuten später kam einer weitere Durchsage: "Vergessen Sie, was wir gerade gesagt haben, der Zug kommt doch pünktlich." Leicht verwirrt die First Great Western Mitarbeiter...
Der Zug nach London war völlig überfüllt. Leider hatte ich zu spät gebucht und keine Sitzplatzreservierung mehr bekommen. Außerdem hat der Zug auf dem Weg nach London mehr Bahnhöfe angefahren als auf dem Weg nach Newport. Dadurch hat die Fahrt natürlich länger gedauert.
Auch wenn ich die ganze Zeit stehen musste, war das noch einigermaßen erträglich, weil ich aus dem Fenster an der Tür gucken konnte (an den Zügen, mit denen ich gefahren bin, waren übrigens so Türen wie am Hogwartsexpress, die man nur von außen aufmachen kann und dann durch das Fenster greifen muss, wenn man raus will :-)) und diesmal auch Landschaft gesehen habe. Wunderschön. Dazu habe ich Katzenjammer gehört. Das Alternativprogramm wäre gewesen, "Zwei an einem Tag" zu lesen. Das hatten mindestens drei Mitreisende um mich herum in der Hand. Aber dann hätte ich ja nicht aus dem Fenster gucken können.
Mein Flugzeug hatte dann eine Dreiviertelstunde Verspätung. Das Warten am Flughafen hat mich fast wahnsinnig gemacht, vor allem, weil ich dann trotz der Größe recht schnell mit der Shoppingmeile durch war. Um kurz nach Mitternacht war ich dann aber endlich wieder in meiner Wohnung und zu zufrieden mit dem Wochenende um es mir im Nachhinein mit dem Gedanken, dass ich montags um acht Uhr Uni habe zu zerstören. ;-)

Samstag, 17. Dezember 2011

Weeze – mehr als ein Flughafen

Ohne Auto zum Flughafen Weeze zu kommen, erfordert schon einiges an Geduld. Es gibt zwar einen Shuttlebus, aber wer mit dem öffentlichen Nahverkehr anreist, muss damit rechnen, lange unterwegs zu sein und durch Orte zu fahren, dessen Namen er noch nie gehört (wie z.B. Kevelaer).
Trotzdem hat der Flughafen Niederrhein, wie er offiziell heißt (Airport Weeze ist der Markenname), seit seiner Eröffnung 2003 ein stetig steigende Anzahl an Fluggästen und ist inzwischen nach Düsseldorf und Köln der drittgrößte Flughafen in NRW. Dieser Zuwachs liegt an seinem Einzugsgebiet. Rund 35,5 Mio. Menschen leben in einem Umkreis von zwei Stunden Autofahrt und für viele Fluggäste aus den Niederlanden ist Weeze die billigere Alternative.
Der größte Teil der Flüge von Weeze wird von Ryanair angeboten (die den Flughafen aus werbestrategischen Gründen mit „Düsseldorf-Weeze“ angeben, obwohl Düsseldorf etwa 70 km entfernt liegt). Inzwischen ist der Flughafen auch Homebase für einige Ryanair-Maschinen, das heißt sie bleiben über Nacht auf dem Flughafengelände stehen.

Wer aber gedacht hat, der Flughafen Niederrhein sei nur der überschaubare Terminal, der hat sich geirrt. Ringsherum liegen große Flächen Gewerbegebiet und Ausgleichsfläche (letztere soll als eine Art Pufferzone dem Eingriff des Flughafens in die Natur entgegen wirken). Es wird eine Solaranlage gebaut, die über den Bedarf des Flughafens hinaus Strom produzieren wird. In einem anderen Bereich stehen Bienenstöcke. Neben den notwendigen Verwaltungsbüros des Flughafens haben sich Firmen auf dem Gebiet niedergelassen außerdem gibt es ein Trainingszentrum für Polizei und Rettungskräfte, auf dem Häuser zum Einsturz gebracht oder angezündet werden können, um Katastrophen zu simulieren, und Veranstaltungsorte für Großevents wie das Musikfestival Q-Base.
All das ist in den letzten Jahren entstanden. Die Geschichte des Flughafens geht aber noch viel weiter zurück. Der Terminal wurde 1936 in Bremerhaven gebaut und diente dort als Werkstatt für U-Boote. Man kann das Alter des Gebäudes daran erkennen, dass die Konstruktion genietet ist. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Halle abgebaut und nach Weeze gebracht, wo ein Militärflughafen der Royal Air Force entstand. Bis in die 90er Jahre wurden hier britische Soldaten stationiert, die im Falle eines Angriffs aus dem Osten sofort hätte reagieren können.
Einer der Soldaten, der damals nach Weeze kam, ist Hal Palmer, der heute noch dort arbeitet, und uns über den historischen Teil des Flughafens führt. Er erzählt, dass die Briten immer gerne nach Deutschland kamen, weil sie hier weniger Steuern zahlen gemusst und mehr Sold bekommen hätten. Das erste, was die meisten getan hätten, sei gewesen, ein Auto zu kaufen.
Der Militärflughafen war auf alle Eventualitäten vorbereitet. Noch heute kann man die Hangars sehen, in denen die Tornado-Flugzeuge abgestellt waren. Vier Flugzeuge waren jederzeit einsatzbereit und hätten innerhalb von sieben Minuten in der Luft sein können – beladen mit je zwei Atombomben. Zum Einsatz ist es zum Glück nicht gekommen.
Für den Fall eines Angriffs gab es einen ABC-Bunker (zum Schutz gegen Atom-, Bio- und Chemiewaffen) für die Techniker der Flugzeugelektronik. Die Decke und die Wände sind mehrere Meter dick, inklusive Pufferzone, und die Türen sind sehr schwer zu öffnen, schließlich sollten keine tödlichen Strahlen oder Gase nach innen gelangen. Soldaten, die von draußen hereinkamen, mussten erst durch eine Dekontaminierungszone gehen und ihre Schutzkleidung ablegen. Der Bunker ist mit allem ausgestattet (Luftfilter, Wasserspeicher etc.), um eine Woche darin zu überleben. Man ging damals davon aus, dass es nach einem solchen Angriff nach einer Woche auf die eine oder andere Art auf jeden Fall geendet hätte. Die Menschen in dem Bunker hätten also nur eine Woche länger gelebt als die anderen. Alle Geräte funktionieren noch, aber auch hier ist der Ernstfall nie eingetreten. Sowohl der Abflug der Tornados als auch das Verhalten im Bunker wurde regelmäßig geprobt.
Übrigens erzählt Hal Palmer, dass ein Geist den ABC-Bunker bewohnt (was wäre schon ein britischer Militärflughafen ohne Geist?). Hermann ist der Geist eines deutschen Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg, dessen eigentlicher Wohnbunker zugeschüttet wurde. Er musste umziehen. Allerdings zeigt es sich uns nicht.
Das Leben der britischen Soldaten in Weeze bestand aber nicht nur aus militärischen Übungen. In den Jahren des Militärflughafens entstand auf dem Gelände eine kleine Gemeinde. Die Soldaten wurden meist für drei Jahre verpflichtet und konnten ihre Familien mitbringen. Sie wohnten auf dem Flughafengelände und den Städten in der Umgebung, die Kinder gingen auf eine englische Grundschule. Es gab drei Kirchen (eine anglikanische, eine katholische und eine schottische), eine englische und eine deutsche Post und ein Kino. Der Flughafen hatte sogar eine eigene Polizeiwache mit vier Zellen.
Heute sind die ehemaligen Soldatenwohnungen von Osteuropäern bewohnt, die jeden Tag in die Niederlande zum arbeiten fahren. So schließt sich der Kreis.

Samstag, 19. November 2011

All we have left is the voice of the wind - Katzenjammer in Dortmund

Manchmal muss man Glück im Leben haben. Ich hatte Anfang der Woche sehr viel Glück und habe spontan eine Karte für das Katzenjammer Konzert in Dortmund am Donnerstag bekommen. Die Band habe ich ja bei Essen Original zum ersten Mal gesehen und habe mir zum Geburtstag dann auch die Alben gewünscht. Nachdem ich die CDs ein paar Mal gehört hatte, dachte ich, es wäre doch nett, auf eins ihrer Konzerte zu gehen. Das Problem war, dass das Konzert, das mir gut in den Kram gepasst hätte, ausverkauft war. Aber dann hat Lisa mich darauf aufmerksam gemacht, dass ein Fan auf dem offiziellen Katzenjammer-Facebook-Profil seine Karte anbot. Er hatte nämlich Pech und konnte nicht zu dem Konzert gehen, hat mir aber seine Karte überlassen.

Mit der Karte und zwei Mandarinen im Gepäck bin ich dann vorgestern mit Lisa, ihrer Mutter und Sandra nach Dortmund gefahren. Zeitig natürlich, denn wir wollten in die erste Reihe. Lisa hatte sich die Wegbeschreibung ausgedruckt und nachdem Sandra und ich uns in Dortmund am Hauptbahnhof noch was zu essen geholt hatten, jagte Lisa uns in Richtung FZW.
Als wir da ankamen, stand schon eine kleine Gruppe Katzenjammer-Fans vor der Tür. Uns fiel direkt auf, dass wir den Altersdurchschnitt leicht senkten, trafen dann aber auf zwei Kölnerinnen in unserem Alter, mit denen wir uns auch gleich verständigten, uns Plätze in der ersten Reihe freizuhalten. Es war aber auch schön zu sehen, dass Fans aus jeder Altersgruppe zu dem Konzert angereist waren. Beim Konzert später standen einige etwas ältere Menschen hinter uns. ;-)
Wir mussten noch gut eine Stunde warten, bis Einlass war. Die Wartezeit wurde uns aber dadurch versüßt, dass wir zusehen konnte, wie gegenüber ein Film mit Mario Adorf gedreht wurde. Wir haben uns überlegt, wovon der wohl handelt (wir sahen nur wie Mario Adorf gefühlte dreißig Mal in "cooler" Detektiv-Stellung um eine Ecke huschte und ein argloses Mädchen verfolgte) und ob wir nicht mal lautstark Katzenjammer-Lieder anstimmen sollten. Leider wurden wir regelmäßig von einer Frau der Crew zur Stille aufgerufen. Blöd. Die hätten sich vielleicht einen anderen Tag zum Drehen suchen sollen. Mein persönliches Hightlight bei der Filmerei war, dass am Ende der Fotoautomat, den sie anscheinend als Kulisse mitgebracht hatten, in einen LKW verladen wurde und der Mann hinter mir meinte: "Ich glaube, ich rufe mal die Polizei an, die stehlen den Fotoautomaten!" :-D

Gegen 19 Uhr wurden wir reingelassen und unsere Taschen wurden kontrolliert. Dabei wurden meine Mandarinen konfisziert. Sehr ärgerlich! Ich habe sie auch nach dem Konzert nicht zurück gebracht. Ich denke, die Security hatte Hunger...
Wir (die vier Essenerinnen und die beiden Kölnerinnen) haben dann tatsächlich einen Platz in der ersten Reihe bekommen und konnten zusammen auch gut die Plätze verteidigen, wenn eine oder zwei mal was zu trinken holen oder aufs Klo gehen wollten.
Kurz nach acht ging dann das Konzert mit dem Vorprogramm, Unni Wilhelmsen, ebenfalls eine norwegische Künstlerin, und ihrer Band los. Unni erklärte uns auch direkt den Grund ihres Auftritts. "You know, the girls are very beautiful and beauty needs time. That's why I'm here!" Aber sie hat auch so schöne Musik gemacht, dass der lange Schminkzeit von Katzenjammer nicht der einzige Grund gewesen sein kann.
In einem Lied legte sie uns ausführlich dar, dass ein Mädchen sehr wohl eifersüchtig auf eine Frucht sein kann. Zu dem Lied erzählte sie uns auch die Geschichte, dass sie eines morgens nach einem Albtraum aufgewacht ist, ihr Freund aber lieber eine Orange essen wollte, als sie zu trösten (wahrscheinlich durfte ich deswegen meine Mandarinen nicht mit rein nehmen). Außerdem hat sie ein Lied von Joni Mitchell gesungen. Ich kannte die Sängerin bisher nur als "Love actually", weil Emma Thompson da zu Weihnachten eine ihrer CDs geschenkt bekommt, aber eigentlich eine Halskette erwartet und dann das Lied "Both Sides Now" hört. Genau das Lied hat Unni auch gesungen. Was für ein Zufall!

Nachdem Unni noch ein bisschen Werbung für ihre CD gemacht hat, wurde die Bühne für Katzenjammer umgebaut. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis sie auftraten. Die Security verteilte in der Zeit Getränke an das Publikum. Das war wirklich nett, denn es war sehr warm in der Halle (Unni hatte schon gesagt, am Ende des Konzert wären wir alle so durchgeschwitzt, dass wir uns am Merchandise-Stand ein Katzenjammer-T-Shirt kaufen müssten. :-D). Von jetzt an habe ich hohe Ansprüche an Sicherheitskräfte. Wehe, ich kriege jetzt nicht bei jedem Konzert was zu trinken, dann beschwere ich mich!
Dann betraten - endlich - Katzenjammer die Bühne. Es war super! Sie haben mit "A Kiss Before You Go" angefangen und sofort sangen alle um mich herum mit. Ich muss ja gestehen, dass ich auch bei Katzenjammer noch ein bisschen textschwach bin. Die Refrains kriege ich meistens noch hin, aber der Rest war wieder Silben anpassen. ;-) Das hat meine Begeisterung aber nicht geschmälert. Man kann ja auch so Spaß an der Musik haben. Ich bin immer noch beeindruckt, wie viele verschiedene Instrumente sie spielen können und wie viel Leidenschaft sie in die Musik stecken.












Es war auch toll in der ersten Reihe zu stehen. Wir waren so nah an den Sängerinnen dran, das war unglaublich! Man konnte ihre Gesichtsausdrücke beim Singen sehen und alles... Bei Essen Original war der Sicherheitsabstand zur Bühne größer und die Bühne war höher, da waren wir einfach nicht so nah dran.
Durch das Konzert kann ich jetzt auch ganz andere Lieder von Katzenjammer schätzen. "Lady Marlene" hatte ich bisher zwar immer wohlwollend zur Kenntnis genommen, mehr aber auch nicht. Live bei dem Konzert war ich aber richtig verzaubert von dem Lied. Klar, wahrscheinlich lag es auch an der Beleuchtung, es war sehr dunkel auf der Bühne, Solveig und Anne Marit wurden am Klavier mit blauem Licht angestrahlt und es sah so aus, als würden Sterne leuchten, aber die ganze Atmosphäre bei dem Lied war total schön und es wirkte ganz anders, als wenn man es von der CD beim Chatten hört. Hinterher haben sie sich auch bedankt, dass wir bei den Liedern auch wirklich zuhören. Das ist doch selbstverständlich, wenn sie so toll singen.
Auch "A Bar In Amsterdam" gefällt mir live besser. Das ist zwar ein ganz anderes Lied als "Lady Marlene", aber es gefällt mir, wie da auf der Bühne die Post abgeht. Außerdem mag ich die Trompete (ja, ich weiß, dass die auch auf der CD dabei ist, aber das Auge hört mit :-P).
Und sie haben wieder das Lied gesungen, das bei Ronja Räubertochter im Intro ist. Diesmal haben sie es als "Norwegian tune" bezeichnet, dabei war es bei Essen Original noch ein skandinavisches Lied, das aber nicht norwegisch war. :-D
Bei "To The Sea" waren wir auch wieder gefordert, mit zu singen. "Aaaaaall I have leeeeft is the voooooice of the wind, blowing through the dooooor of our house". Anne Marit meinte, der große Weihnachtsbaum in Dortmund hätte sie in Weihnachtsstimmung versetzt, und alles, was sie sich zu Weihnachten wünschen würde, wäre, dass wir mitsängen. Das frühe Weihnachtsgeschenk konnten wir ihr machen, auch wenn sie einige von uns etwas anspornen musste. "Hey, I can see you!" und als dann immer noch nicht alle mitsangen "And you on the balcony, I can see you, too!"

Die Anmoderationen waren sowieso sehr lustig. Turid hat auf Deutsch angekündigt, dass sie eine kleine Autogrammstunde am Ende des Konzerts machen würden, musste dafür aber auf ihren Spickzettel gucken. Sie meinte, sie könne nicht so viel Deutsch, aber Solveig könne es, worauf Sol nur sagte: "Das ist korrekt" und die ganze Halle klatschte. Sie freute sich dann darüber, dass sie für ganze drei Wörter so viel Beifall bekommen hatte.

Nach dem Konzert war ich total euphorisch und stand irgendwie neben mir. Ich habe am Merchandise-Stand zwar ein Poster für den Typen, der mir die Karte gegeben hat, gekauft und auch ein Autogramm von Anne Marit und Marianne auf meine Eintrittskarte bekommen, aber vergessen, mir ein eigenes Poster zu kaufen (Lisa hat das für mich erledigt). Außerdem habe ich auch nur ein Foto mit Marianne, aber keins mit Anne Marit gemacht.
Ich war auch noch völlig aufgedreht, als ich wieder zuhause war und habe bis halb drei Uhr morgens keine Müdigkeit gespürt. Das Konzert war einfach klasse und ich hoffe, bald wieder eins besuchen zu können.

Dienstag, 15. November 2011

Kölner Plastiknasen

So wirklich jeck bin ich ja nicht. Ich verkleide mich gerne und da man an anderen Tagen als Karneval wird merkwürdig angesehen, wenn man als Rotkäppchen, Vampir oder Miezekatze durch die Stadt läuft, ist Karneval schon ein guter Alibi-Tag. Bisher kannte ich den Kölner Karneval aber nur aus dem Fernsehen, weil ich in den letzten Jahren - wenn überhaupt - nur zum heimatlichen Karnevalszug gegangen bin und den auch zur Identifikation durch Abgrenzung genutzt habe. ;-) Dieses Jahr war es dann aber so, dass Lisa und ihr Vater eine Karte für die Veranstaltung in der Lanxessarena am 11.11. übrig hatten und so bin ich mitgekommen. Damit ich mir keine Feinde mache, hatte ich auch ein kurzes Verhaltensbriefing von meiner Mutter bekommen: "Ruf nicht 'Helau' und bestell kein Altbier!" Wenn's weiter nichts ist.

Eigentlich hatten wir überlegt, schon um 11:11 Uhr bei der großen Eröffnung dabei zu sein, haben uns dann aber doch dagegen entschieden, um abends nicht schon müde zu sein. Lisa hat mich dazu gebracht, als Alternative um 11 Uhr den Fernseher anzumachen, um mich auf den Abend einzustimmen. Das war auch nicht ganz unpraktisch, so konnten zumindestens ein paar der kölschen und deutschen Texte in mein Kurzzeitgedächtnis wandern. Nachmittags habe ich mich dann in mein Kostüm (Pippi Langstrumpf) geworfen und wir sind zeitig nach Köln aufgebrochen. Und sind prompt im Berufsverkehrstau gelandet. Trotzdem haben wir es rechtzeitig geschafft.

Am 11.11. darf man keinen Proviant mit in die Kölnarena (Lanxessarena, was auch immer) nehmen und so trafen wir vor dem Eingang eine Gruppe, die großzügig ihre Klopfer und Brezeln an die anderen Wartenden verteilten. Dann ging die Tür auf und nach einer Taschenkontrolle durften wir rein.
Ich war vorher noch nie in der Kölnarena, also habe ich eine Führung bekommen. Außerdem haben wir uns etwas zu Essen und den Mottoschal dieser Session gekauft. "Jedem Jeck Sing Pappnas" Der Schal ist sehr süß: Rot mit Clowns-Taschen, wo kleine Hände oder auch Kölschgläser reinpassen (wobei es sehr merkwürdig aussieht, wenn man seine Händen in den Taschen hat, die so mehr oder weniger direkt über der Brust sind...) Dazu gab es zwei "Pappnasen", aber das "Papp" ist wohl eher symbolisch gemeint, denn diese Pappenheimer haben die Nasen aus Plastik gemacht. Die Nasen stinken auch entsetzlich. Lisa und ich haben sie nur einmal für's Foto aufgesetzt.

Wir hatten von unseren Plätzen aus einen sehr guten Blick auf die Bühne. Vor uns saß ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern, der sehr begeistert davon war, dass Lisa meinte, sie könne alle Lieder mitsingen und wollte uns unbedingt etwas zu trinken besorgen. Weil Lisa und ich aber kein Bier trinken, kam er mit Cola und einem kleinen Feigling zurück. Seine Nachbarn waren auch sehr pflegeleicht und haben sich hinterher sogar bedankt, dass wir sie nicht mit Bier beschüttet hatten. Gern geschehen.
Die Menschen hinter uns - oder viel mehr einer von ihnen war weniger angenehm. Zuerst erzählte er allen, die es hören wollten (und auch den anderen auch), dass er aus Ostberlin komme und Karneval voll toll fände. Dann versuchte er eins der 5l-Fässer Bier aufzumachen, die man in der Arena kaufen konnte, und machte dabei Lisa und ihren Vater nass. Zum Schluss stellte er fest, dass er in der falschen Reihe saß und bestand darauf, mit der Hilfe von Lisas Vater in unsere Reihe zu klettern. Das Beste war dann aber, dass er 20 Minuten nach Beginn des Konzerts einschlief und irgendwann noch vor der Pause verschwand. Immer diese Touristen!




Die Stimmung war aber sehr gut, obwohl ich das Gefühl hatte, dass wir (wir drei und die Leute, die um uns rum saßen) vor der Pause alle mehr Power hatten und danach nicht mehr ganz so entusiatisch waren. Viele bekannten Karneval-Bands und eine Nachwuchsgruppe sind aufgetreten und haben je ein paar Lieder gespielt. Die meisten davon waren wohl die neuen, aber da ich die alten meistens auch nicht kannte, hat das für mich keinen Unterschied gemacht. Ich habe einfach das mitgesungen, was ich noch aus dem Fernsehen (bzw. als Import in den Weltstadt-Karneval in der "Provinz") kannte, oder auch einfach das, was ich gehört habe. So hat es auch einige Zeit gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es nicht "Ich brauche Sex und acht Stunden Schlaf" heißt, sondern viel mehr "Ich brauche sechs bis acht Stunden Schlaf". Kann passieren.
Besonders süß fand ich die kleinen Mädchen, die bei dem Mottolied mitgetanzt haben. Aber auch die Laternen, die bei "Rabimmel Rabammel Rabumm" von den Cöllnern an den Posaunen der Musiker hingen, waren nett. Ebenfalls bei den Cöllnern war, glaube ich, das goldene Konfetti, das in die Luft geblasen wurde. Das war auch ein sehr schöner Effekt. Am besten hat mir dann aber doch "Viva Colonia" von den Höhnern gefallen. Da konnte ich wenigstens wirklich mitsingen. Also... den Refrain. ;-) Die Fernsehzuschauer, für die das Event live übertragen wurde, haben das aber nicht mehr mitbekommen, weil sie schon in die Pause entlassen wurden, bevor das Publikum im Saal (übrigens überwiegend Nicht-Kölner) noch eine Zugabe bekam. Der Abend endete mit den Bläck Fööss und einem Luftballon-Regen. Leider kamen die Ballons nur über der Mitte herunten, nicht über den Rängen am Rand, wo wir saßen. Alles in allem war das eine gute Einstimmung in die fünfte Jahreszeit. In dem Sinne "Denn ohne Karneval da können wir nicht sein..."

Mittwoch, 2. November 2011

Zwischen Alltag und Traum

Was verbindet man mit Varieté? Glanz, Glitzer, Glamour … Wenn man sich Roncalli’s APOLLO Varieté in Düsseldorf nähert, wird diese Erwartung zunächst enttäuscht. Unter einer Autobahnbrücke direkt am Rheinufer steht ein moderner Glasbau, den man gar nicht mit einem so glamourösen Programm verbinden würde. Nähert man sich jedoch dem Gebäude, sieht man, dass da mehr sein muss, denn ein Mann in einer rot-goldenen Uniform bittet die Besucher herein. Und im Inneren fällt der Blick sofort auf die rote Wand des Vorstellungsraumes, die umringt ist von Büsten wichtiger Clowns. Eine Besinnung auf die Tradition des Varietés ist unübersehbar.
Vor Beginn der Aufführung können die Zuschauer noch eine Stärkung im Foyer des Varietés einnehmen. Je nach Geschmack und Glück bei der Platzwahl kann man entweder den Blick auf den Rhein oder auf besagt Autobahnbrücke genießen.
Im Saal hat man das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Die Großstadt, der Rhein, ja eigentlich die ganze Außenwelt wird beim Anblick der roten Wände, der Discokugel und den kleinen Tischen ganz vergessen. Trotz der modernen Discokugel fühlt man sich an Oscar Wilde erinnert und stellt sich vor, man säße gemeinsam mit einer Gruppe viktorianischer Gentlemen an einem dieser Vergnügungsorte, die den Reiz, etwas Außergewöhnliches zu tun, ausstrahlen. Es gibt sogar eine Muschel, in der die Musiker sitzen könnten, aber Live-Musik werde nicht mehr gespielt, da die Artisten ihre eigene Musik mitbrächten.

Die Mischung aus Moderne und Varieté-Tradition, die das Gebäude ausstrahlt, findet sich auch in dem Programm „Allein unter Frauen“, das von August bis Oktober aufgeführt wurde, wieder. Neben den klassischen Akrobatik-Darbietungen findet auch das Kabarett seinen Platz: Während die Artistinnen des Circus-Theaters BINGO die Zuschauer in eine unwirkliche Traumwelt entführen, richtet der Kabarettist Kai Magnus Sting den Blick auf den alltäglichen Wahnsinn.
Er stellt den Konflikt zwischen dem rüstigen Rentner mit dem Laubsauger und dem Schüler, der Google Earth braucht, um zu wissen, wo er ist, sowie zwischen Mann und Frau dar. Sting gibt einen Überblick über die Feinheiten der Ruhrpott-Sprache (beginnend mit „Hömma“ und abschließend „Weisse Bescheid“) und über politische Wiedergänger.
Demgegenüber stehen die Artistinnen von BINGO. Sie verbiegen ihre Körper, führen in halsbrecherischer Höhe Kunststücke an einem Tuch vor oder jonglieren mit mehreren Bällen auf einmal. Begleitet werden sie dabei von zwei Geigerinnen und einer Gitarristin. Im zweiten Teil des Programms beteiligen sich auch zwei Männer an der Akrobatik, sodass Kai Magnus Sting nicht mehr ganz alleine unter Frauen ist.
Zuerst fragt man sich: Wo ist da der Zusammenhang? Wie kann man handfestes Kabarett mit schwer fassbarer, flatterhafter Akrobatik kombinieren? Nach der ersten Verwunderung sieht man aber, dass diese beiden Elemente sehr wohl zueinanderpassen. Die Akrobatik und die Tänze beziehen sich auf ihre Weise nämlich genauso auf den Alltag, wie es das Kabarett tut. Die Tuchakrobatin stürzt sich in die Tiefe, während im Hintergrund ein Lied über die große Liebe gespielt wird und scheint so die Risiken des Verliebens zu verkörpern und an anderer Stelle zeigen die Tänzerinnen die Ausgelassenheit einer Feier.

Am Ende des Programms wird der Vorhang hinter der Bühne aufgezogen, sodass die Sicht auf den Rhein und die Düsseldorfer Lichter frei wird. Vor dieser wunderschönen Kulisse präsentieren die Künstler noch eine letzte Nummer, mit der sie sich von den Zuschauern und voneinander verabschieden. Spätestens in diesem Moment versteht auch der Letzte im Saal, warum die Organisatoren des Varietés so für die Lage am Rhein gekämpft haben – trotz der Autobahnbrücke. Der Blick auf den Rhein entschädigt alles.

Mittwoch, 21. September 2011

Essen.Original.

Am Wochenende war Essen.Original. Das ist ein Essener Musikfestival, das über drei Tage geht und bei dem alle Musikrichtungen von Klassik über Pop bis Metal vertreten sind. Im Grunde ist als für jeden etwas dabei, auch wenn dieses Jahr nicht so bekannte Leute wie Stanfour oder Mark Medlock dabei waren. Und eine Chartsplatzierung ist ja auch noch keine Garant für einen guten Musiker. ;-)
Ich war mit Lisa, ihrer Mutter und Sabrina am Samstagabend auf dem Kennedyplatz, wo um Viertel vor zwölf Katzenjammer, eine norwegische Band, gespielt hat. Und weil Lisa bei dem Konzert gerne in der ersten Reihe stehen wollte, haben wir uns bereits um sieben Uhr getroffen.
Den ersten Auftritt, den wir sahen, auch wenn wir leider (Achtung, Ironie) den Anfang verpasst hatten, war Essenz - Rock Dein' Block, ein Projekt mit Essener Jugendlichen, die von Ex-Bro'Sis Faiz. Das sagt ja schon fast alles. Erwähnenswert ist aber, dass die Jugendlichen besser gesungen haben als er.
Als nächstes kam Emma 6 auf die Bühne. Drei Jungs Anfang 20, da sie, laut eines ihrer Lieder aus den 80ern sind, die auf Youtube in mehreren Videos singend in einer Badewanne zu sehen sind. Die Badewanne hatten sie aber nicht mit auf der Bühne. Schade eigentlich. Ihre Lieder waren okay bis ganz nett. Sabrina fand sie allen Anschein nach ätzend. Aber wir haben Hannah von unserer Uni getroffen, die nur wegen Emma 6 da war. Sie hatte ein total cooles T-Shirt an: Je nach Lautstärke fing es an zu leuchten und zeigte sowas wie Frequenzwellen an. Das ging aber nur manchmal, wenn es zu laut wurde, störte das den Sensor.
Danach trat Das Gezeichnete Ich auf und wir gingen weiter nach vorne (Lisa und Sabrina konnten sich schon einen Platz in der ersten Reihe erkämpfen). Zuerst fand ich es besser als Emma 6, aber irgendwie war es wenig abwechslungsreich und ich habe den Text nicht verstanden, weil die Musik zu laut war. Die Mädchen neben mir schien das nicht zu stören, sie zeigten ihm Herzen mit ihren Händen und er zeigte ihnen eins zurück. Am Ende schmiss er ihnen auch seine Wasserflasche zu, was sie völlig aus dem Häuschen geraten lies.
Als sich auch die Ich-Fans in Wohlgefallen aufgelöst hatten, nahmen die Haudegen-Fans ihre Plätze ein und wir vier standen alle in der ersten Reihe. Das hat einige Haudegen-Fans ziemlich geärgert, weil wir keine Fans waren, vor allem Sabrina hat sich Freunde gemacht, nachdem sie sich kurz vor Beginn des Konzertes eine Tüte Pommes geholt und sich zurück zu uns gedrängelt hatten. Aber man muss uns lassen, dass wir nicht über die Band hergezogen haben, sowie die Haudegen-Fans es beim Gezeichneten Ich gemacht haben. Haudegen mach "Gossenpoesie", zwei breite Männer, die man nicht unbedingt nachts im Wald treffen möchte, die aber davon sprechen, dass wir alle eine große Familie sind, und Lieder über tote Verwandte und wahre Freundschaft singen.
Ein Fan neben mir heulte während des gesamten Konzerts und kuschelte sich an ihren Freunde, eine auf der anderen Seite unserer Gruppe fing die beiden Schweißhandtücher auf, die die Sänger in die Menge warfen, und stopfte sie sich unter die Jacke. Die spinnen, die Fans.

Nach Haudegen war es endlich Zeit für Katzenjammer. Einige der Fans waren schwer enttäuscht, dass ihre Lieblingsjungs aus Berlin keine Zugabe mehr geben durften und wetterten ziemlich gegen Katzenjammer, aber irgendwann wurde der Protest zum Glück leiser. Dafür konnte man die Leute hören, die dumme Kommentare dazu machten, dass es mit dem Aufbauen und Stimmen der Instrumente so lange dauerte. Zwei Frauen neben mir waren schon ganz genervt und fürchteten, dass die Kommentare das ganze Konzert über andauern würden.
Aber als das Konzert anfing, habe ich nicht mehr viel von den Leuten hinter mir mitbekommen. Das Konzert war großartig! Es ist faszinierend, wie viele verschiedene (und interessante) Instrumente, die Frauen spielen können. Beim Schlagzeug war auch eine Metalltonne dabei, da kann man nicht mehr viel zu sagen... ;-) Und die Lieder haben mir auch gut gefallen. Allerdings hat es fast zeitgleich zu Beginn des Konzerts angefangen zu regnen. Das war schade, aber es hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Regen zu einem guten Open Air Konzert dazu gehört. Passend zum Wetter sagen die auch drei Lieder zum Regen (ein naheliegendes Thema, wenn man in Norwegen lebt :-P).
Weil Katzenjammer die letzte Band war, durften sie sogar eine Zugabe geben (wenn jetzt noch die Hardcore-Haudegen-Fans da gewesen wären, wäre das sicher zu viel für sie gewesen) und nach dem Konzert hat Lisa noch Autogramme und Fotos von allen ergattert.

Mittwoch, 14. September 2011

Urlaub in Detmold

Freitag bin ich mit Lisa zusammen nach Detmold gefahren. Mal einen anderen Teil von NRW entdecken. Kaum zu glauben, dass ich noch nie das Hermannsdenkmal oder die Externsteine gesehen habe! Dabei war ja zumindest die Varus-Schlacht - ob sie nun an dieser Stelle stattgefunden hat oder nicht - nicht so unwichtig für die deutsche Geschichte (wenn denn schon von "Deutschland" sprechen kann...). Und außerdem kenne ich jetzt Lisas Leben: ihr Zimmer, ihre Grundschule, ihre Lieblingseisdiele...

Freitagnachmittag waren Lisa und ich zuerst beim Hermann und den Externsteinen. Bisher hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, wie das Denkmal aussieht. Ich habe sicher mal irgendwann ein Foto davon gesehen, aber es war dann doch sehr viel größer, als ich gedacht hatte. Lisa hat mir den Hermann schon vom Zug aus zeigen wollen, aber ich habe ihn nicht gesehen. Ständig kamen mir Bäume oder Häuser ins Blickfeld.













Der Hermann steht auf einem Säulensockel, in dem man auch besteigen kann. Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, hätten wir bis in den Kopf klettern können, aber das wollten wir nicht. Es könnte ja gefährlich sein. ;-)Aber schon von dem Aussichtspunkt unter den Füßen des Hermann konnte man recht weit sehen. Es waren auch Schilder mit Städtenamen angebracht, di in die jeweiligen Richtungen zeigten. Aber natürlich waren nur die umliegenden Städte und Berlin vertreten.
Auf dem Weg zu dem Denkmal steht die Hütte des Erbauers, in der er gelebt hat, während er irgendwann im 19. Jahrhundert daran gearbeitet hat. Außerdem sind verschiedene Gedenkplatten im Umkreis angebracht und es gibt eine Aussichtsplattform, an deren Rand die Rüstungen von römischen Soldaten aus Stein stehen.
Von dem Hermannsdenkmal aus sind wir zu den Externsteinen weitergefahren. Das sind riesige Steine, die in der Landschaft herum stehen. Auf zwei der Steine kann man drauf steigen und zwei sind mit einer Brücke verbunden. Auch von da RTL hat da vor ein paar Jahren einen Film zu den Nibelungen gedreht, bei dem Lisa fast als Komparsin mitgemacht hätte. Ansonsten feiern verschiedene esoterische Gruppen dort gerne die Sonnenwendfeste. Von oben kann man über die Landschaft gucken. Wie meinte die Fremdenführerin im Detmolder Schloss (s. unten) noch? "Wir haben hier eigentlich nur Landschaft. Schöne Landschaft. Aber es ist eben nur Landschaft." An einem Stein unten ist auch ein Relief zu sehen, das eine Kreuzigungsszene darstellt. Es wurde schon im Mittelalter von Mönchen, die da lebten in die Felsen gehauen.

Am Samstag sind wir zuerst in die Innenstadt von Detmold gefahren. Die ist sehr schön mit alten (teils schon ziemlich schiefen) Fachwerkhäusern und kleinen Gässchen.
Lisa hat mir die "Familienkirche" gezeigt und mir den Unterschied zwischen reformiert und lutherisch anhand der zwei Kirchen in der Innenstadt erklärt: "Die reformierte Kirche ist viel hässlicher!" Außerdem war in der Stadt gerade Markt, in Bücherflohmarkt der reformierten Kirche und ein Kunstmarkt auf dem Gelände vor dem Detmolder Schloss.
Obwohl wir alle drei Märkte besucht haben, waren wir dann aber letztendlich beim Tag der offenen Tür des Landestheaters in Detmold. Das war sehr interessant. Zuerst haben wir eine Führung mitgemacht, bei der uns etwas zu der Geschichte des Theaters erzählt und verschiedene Werkstätten gezeigt wurden. In dem Theater werden auch Opern und Ballett aufgeführt und weil es ein großes Theater ist, werden die meisten Bühnenbilder und Kostüme auch da hergestellt.
In der Schreinerwerkstatt war ein Teil eines Podestes für die nächste Inszenierung aufgebaut. Die werden auf einer schrägen Bühne spielen! Daneben war ein Modell des Bühnenbildes wie es später einmal aussehen soll, aufgebaut. Wenn die Holzteile fertig sind, müssen wie auch angemalt werden und in der Malerwerkstatt wurde uns gezeigt, mit welchen Techniken verschiedene Effekte erzeugt werden, z.B. werden so Kapitelle für Säulen aus Kunststoff gegossen und viel Styropor verwendet, das dann so angemalt wird, dass man glaubt, es wären tatsächlich Marmorsäulen. Die Maler verwenden auch eine normalen Pinsel sondern ganz lange. Einer war gerade dabei, einen falschen Vorhang auf eine Holzplatte zu malen, die am Boden lag, ohne sich dabei viel bücken zu müssen.
Wir waren auch in der Schneiderei und haben gesehen, dass wirklich großartige Kostüme im Entstehungsprozess sind. Eins ist ein rotes, das leicht japanisch wirkt und viele lange "Schleppen" hat. An den Wänden hingen Zettel, auf denen Skizzen zu den verschiedenen Kostümen gemacht waren. Allerdings werden nicht alle Kostüme neu geschneidert. Normale Anzüge werden z.B. gekauft, weil das billiger ist und schneller geht. Bei ausgefalleneren Sachen wird zuerst immer im Fundus geguckt, ob es etwas gibt, das man umarbeiten könnte. Deswegen haben alle Gewänder auch genug Spielraum für Änderungen.
Im Fundus waren wir dann auch. Allerdings nur im Fundus für Männerkostüme. Der für die Frauenkleider ist kleiner, weil bei vielen Theaterstücken mehr Männer als Frauen mitspielen (Goethe, Schiller etc.). Der Fundus ist aber riesig, auch wenn die Decke sehr niedrig ist und es ziemlich eng zwischen den Kleiderständern und Regalen ist. Die Kostüme darin sind nach Epochen und nach Bekleidungsstück geordnet. Das war schon sehr faszinierend. Das Theater hat sogar eine eigene Reinigung dabei. Fantasie-Kostüme können allerdings nicht gewaschen werden. Weil die Schauspieler aber natürlich darin schwitzen, werden sie mit Wodka durchgespült.
Nach der Führung haben wir eine Technikshow gesehen. Der Intendant des Theater hat ein Glas zerspringen lassen und eine blutende Hand bekommen. Er stand im Schnee und Gewitter auf der Bühne und zwischendurch kam ein Engel auf die Bühne geschwebt und sang "Cabaret".
Bei der Führung und der Technikshow kam ich nicht darum herum, das Landestheater mit dem Filou zu vergleichen. Natürlich ist das Landestheater viel größer, aber im Kleinen läuft es beim Filou genauso ab. Wenn wir ein Theaterstück aufführen wollten, wurde auch erst geguckt, was an Kostümen im Fundus und bei uns zuhause da war, und meistens hat das gereicht. Beim Bühnenbild auch. Dann wurden einzelne Sachen dazu gekauft oder die Eltern gebeten, uns ein Kleid oder eine Hose zu nähen oder einen Wohnwagen aus Holz zu bauen. Und auf unserer Bühne gibt es auch einige Stangen, an denen man Scheinwerfer und andere Dinge befestigen kann (bei "Hilfe die Herdmanns kommen" hatten wir immerhin eine Schauspielerin in einem Bett unter der Decke hängen). Natürlich kann man unser Laientheater nicht mit dem professionellen vergleichen, aber die Abläufe sind schon parallel.
Beim Tag der offenen Tür wurden außerdem alte Kostüme aus dem Fundus verkauft. Die richtig tollen waren natürlich zu teuer, aber es war schon lustig, die durchzugucken. Gekauft habe ich aber nichts. Stattdessen haben Lisa und ich eine furchtbare Frau beobachtet. Die war mit ihrer kleinen Tochter im Kindergartenalter da. Die Kleine sollte Mama den pinken Hut aus einer Kiste geben. Die Mutter hätte nur drei Schritte gehen müssen, um den Hut, der nicht einmal pink war, zu holen, aber nein, sie meckerte das Kind, das nicht verstand, was die Mutter wollte, so lange an, bis eine andere Frau ihr den Hut gab. Das arme Kind!
Die beste Aktion des Theaters fand im Innenhof statt. Bei einer Fotoaktion konnte man aus einer kleinen Auswahl Kostümen eins auswählen und für zwei Euro ein Polaroidfoto machen lassen. Das konnten Lisa und ich uns nicht entgehen lassen und haben uns zwei tolle Kleider rausgesucht. Sie waren richtig schwer. So viel Stoff! Und sie haben gut unsere Schuhe versteckt. Lisas war hinten mit einer Schnürung, wie bei einem Korsett, meins wurde mit kleinen Haken geschlossen. Wir mussten uns auch gegenseitig beim Anziehen helfen. Aber für das Bild hat sich das gelohnt. Nachdem wir beide das Polaroidfoto hatten machen lassen, haben wir das Mädchen, das die Fotos gemacht hat, gefragt, ob sie auch eins von uns beiden zusammen mit meiner Digitalkamera machen könnte. Und wie ihr seht, hat sie es netterweise gemacht.
Zum Schluss wollten wir uns eine öffentliche Probe für Iphigenie auf Tauris ansehen. Weil wir etwas früh dran waren, sind wir noch durch die Maske gegangen. Da haben wir gesehen, wie ein Mädchen, Kunsthaare um drei gespannte Fäden flocht, um ein Haarteil herzustellen, wie eine Frau eine ganze Perücke erarbeitete und wie ein anderes Mädchen ein Kopfputz anfertigte, der für die Zwischenprüfung ihrer Ausbildung gedacht war.
Die öffentliche Probe war sehr lustig. Es wurde eine Szene gespielt, in der Orest und Pylades nach ihrer Ankunft auf Tauris in einer Zelle eingesperrt sind. Die beiden Schauspieler haben zwischendurch ein bisschen rumgealbert. Irgendwann, nachdem sie mal wieder ihren Text vergessen hatte, meinte einer von beiden: "Normaler Weise sind wir besser!" Am Ende rannte "Orest" aus Versehen aus dem Bereich, der die Zelle war und warf einen Stuhl, der dadurch kaputt ging. Allerdings flog auch der Stuhl aus der Zelle und "Pylades" rief: "Hey, du hast die Zellenwand durchbrochen! Wir sind frei!" Die Probe endete also mit einer leichten Abänderung von Goethes Original.

Den Sonntagvormittag nach dem Frühstück haben Lisa und ich mit einem TKKG-Computerspiel verbracht (wir haben alle drei CD-Roms, die Lisa da hatte, in den Tagen gelöst). Gegen Mittag sind wir nach Blomberg zu der großen Wilbasen Kirmes gefahren. Leider spielte das Wetter an diesem Nachmittag nicht mit und nach einer Fahrt im Riesenrad begann es immer mehr zu regnen, so dass wir wieder zurück nach Detmold fuhren, nachdem wir einmal über die gesamte Kirmes geschlendert waren.

Montag haben Lisa und ich an einer Führung durch das Schloss in Detmold teilgenommen. Außer uns war nur eine weitere Frau dabei. Aber es war sehr nett. Die Frau, die die Führung machte (von der auch der Satz mit der Landschaft weiter oben war), konnte ganz gut erzählen und wirkte sehr sympathisch. Wir mussten lustige Filzschlappen über die Schuhe ziehen, um das Parkett nicht zu beschädigen und um die Räume und ihre Dekoration zu schützen, waren die einzigen Fotos, die wir machen durften, die vor dem offenen Fenster in den Innenhof.
Die Räume sind alle sehr prunkvoll eingerichtet. Teures Porzellan, Wandteppiche und Gemälde. Ich hatte die ganze Zeit Angst mit den Wollpuschen auf dem glatten Fußboden auszurutschen und gegen eine Vitrine oder den übergroßen Keramikspiegel zu knallen. Wir konnten uns allerdings nur ein paar Räume des Schlosses ansehen, da es noch bewohnt ist. Von einem echten Prinzen: Armin Prinz zur Lippe. Ich weiß aber nicht, ob es ihm viel Freude macht, da zu wohnen. Die Schlossführerin hat erzählt, dass sie jetzt zwar eine Heizung eingebaut haben, aber dass die hohen Räume mit der einfach Verglasung und Holzfenstern sich nur schwer heizen lassen. Sie kommen selten über 19°C.
Das Gebiet Lippe war lange Zeit unabhängig. Zunächst als Fürstentum, später als Freistaat. Erst nach dem zweiten Weltkrieg musste es sich entscheiden, ob es zu Nordrheinwestfalen oder zu Niedersachsen gehören wollte, und entschied sich für NRW. Deswegen ist die lippische Rose nicht nur überall in Detmold, sondern auch im Wappen von NRW zu sehen.
Eigentlich hätten Lisa und ich ja in den Kostümen, die wir für die Fotoaktion im Theater anhatten, ins Schloss kommen und da richtig schöne Fotos machen müssen, aber ich fürchte, dass sowohl die Mitarbeiter des Theaters als auch die Bewahrer des Schlosses damit nicht einverstanden gewesen wären...
Nach der Schlossführung haben Lisa und ich eine Schulfreundin von mir, die in Detmold studiert, getroffen. Es war sehr schön, sie wieder zusehen, auch wenn sie nicht viel Zeit hatte. Nach einem Zwischenstopp in der Eisdiele sind Lisa und ich zum Palaisgarten neben der Musikhochschule gegangen. Da war es auch sehr schön, aber weil es dunkler wurde und merkwürdig Gestalten in dem Park herumhingen, sind wir zurück zu Lisas Eltern gefahren.

Den Dienstag haben wir komplett im Freilichtmuseum verbracht. Auf einem riesigen Gelände (es ist das größte Freilichtmuseum Europas) sind Häuser aus verschiedenen Teilen Westfalens aufgebaut. Größtenteils sind es alte Bauernhäuser. Die Gebäude sind von irgend ursprünglichen Standorten bis nach Detmold transportiert worden.
In den Bauernhäusern kann man sehen, wie die Ställe früher mit dem Wohnhaus verbunden waren. Außerdem stehen in den meisten Häuser auch einige Möbel: Betten, Truhen oder Tische. Teilweise auch Geschirr. Auf einem Bauernhof laufen sogar Hühner frei rum.
Es gibt aber nicht nur alte Bauernhäuser zu sehen. Wir sind auch an zwei Windmühlen, einer Dorfkapelle mit Klassenraum und einer Dorfschule vorbei gekommen. Außerdem sind verschiedene Gebäude zu Dörfern zusammengestellt. In den Gärten der Häuser sind teilweise Blumen, Gemüse und Heilpflanzen angepflanzt. Man merkt, dass sehr viel Arbeit in dem Museum steckt.
Im "Paderborner Dorf" gibt es auch einen Tante-Emma-Laden mit Süßigkeiten, ein Restaurant, eine Bäckerei, einen Schmied und Wohnhäuser, die eher in einer Stadt gestanden haben werden. Es gibt sogar eine Außenstelle vom Standesamt.
Zwischen den Bauernhöfen und Dörfern kommt man an Feldern, Obstbäumen und Tierweiden vorbei. Auch ohne sich die Häuser anzusehen, kann man dort wunderbar spazieren gehen. Eine Jahreskarte lohnt sich also wirklich. Das Gelände ist auch so groß, dass uns die vielen anderen Besucher gar nicht so sehr aufgefallen sind. Erst im Paderborner Dorf trafen wir auch größere Ansammlungen von anderen Menschen. Unter anderem war da auch eine Schulklasse, die eine Art Rallye durch das Museum machen musste. Sie hatten Fotos dabei und sollten die Gebäude finden, die auf den Fotos abgebildet waren.
Lisa und ich sind mit einer Pferdekutsche zurück zum Eingang gefahren und haben von da aus noch mal den Teil des Museums erforscht, in dem wir vorher nicht gewesen waren. Da gab es ein "Haus zum Anfassen". In allen anderen Häusern sind dicke Plexiglasscheiben vor den Möbeln. Aber in dem Haus zum Anfassen, darf man, wie der Name schon sagt, alles anfassen. Man darf sich sogar in die Betten legen. Die meisten Betten von früher sind ja etwas kürzer als die heutigen. Die Frau im Schloss hat uns erklärt, dass das nicht nur daran liegt, dass die Menschen früher kleiner waren, sondern auch daran, dass sie glaubten, sie würden sterben, wenn sie liegen und deswegen halb sitzend schliefen. Ich weiß nicht, ob das für die Bauern auch galt, in das Bett, in das ich mich legte, passte ich jeden falls ganz herein. Im Haus zum Anfassen haben wir auch versucht, eine altmodische Mausefalle in Gang zu kriegen (wir hatten uns über das merkwürdige Gerät mit Holzblöcken schon gewundert und hatten, einen Mann von dem Museum gefragt, was das denn sei), aber so richtig hat das nicht geklappt. Wir konnten uns auch nicht vorstellen, wie man damit Mäuse fangen sollte...

Heute Morgen bin ich wieder zurück gefahren. Lisa und ich sind zusammen bis Herford gefahren, wo wir dann aber in verschiedene Züge gestiegen sind, weil sie noch anderes zu tun hatte. Gegen halb zwei war ich dann aus meinem All-inclusive Kurzurlaub in einem schönen Fleckchen Erde zurück.

Donnerstag, 8. September 2011

Mumin-Ausstellung

Im Rathaus Essen ist gerade eine Ausstellung zu den Mumins zu sehen. Essen hat eine Städtepartnerschaft mit Tampere in Finnland. Deswegen haben wir jetzt eine Wanderausstellung der Mumins und eine Fotoausstellung im Rathaus.
Die Muminausstellung ist nicht groß oder spektakulär, aber sehr süß. Ich war heute mit Lisa und Charlotte da. Es sind verschiede Illustrationen aus den Mumin-Bücher zu sehen (in schwarz-weiß und in Farbe), ein Puzzle mit Blüten, eine Vitrine mit Mumin-Stofftieren, Holz-Aufsteller mit den Mumins, ein Papphaus und ein kleines Boot "Abenteuer".



Montag, 5. September 2011

Ein Tag in Bonn


Bonn??? Ja, diese rote Telefonzelle ist ein Geschenk der Stadt Oxford an Bonn anlässlich der 40-jährigen Städtepartnerschaft. Aber bevor ich das Feld von hinten aufrolle, fange ich mal am Anfang an...

Lisa und ich kamen auf die Idee, wir könnten Martha in Bonn besuchen. Gesagt, geplant und getan. Heute stand ein Ausflug nach Bonn auf dem Plan.
Martha hat uns am Bahnhof abgeholt und wir sind zuerst zu dem botanischen Garten der Uni gegangen. Als wir das letzte Mal in Bonn waren, wurden wir nicht herein gelassen. Heute schon. Der Garten ist sehr schön. Viele Blumen, exotische Pflanzen, Wasser...













Danach sind wir zum Rhein gegangen und sind eine ganze Weile lang am Ufer spazieren gegangen. Das war sehr schon und nachdem wir am botanischen Garten ist bisschen Regen hatten, war es am Rhein dann auch trocken. Es war sehr schön am Rhein, im Hintergrund konnten wir Berge und den Postturm von Bonn sehen.

Vom Rhein aus sind wir in das alte Regierungsviertel gekommen. Hohe Mauern oder Zäune mit den Bundesadler und Überwachungskameras. Und die schönen Häuser, wie die Villa Hammerschmidt sind hinter vielen Bäumen versteckt. Außerdem steht da der Kopf von Adenauer. Gerade sind dem Viertel viele Baustellen, weil der Tag der Deutschen Einheit dieses Jahr in Bonn gefeiert wird und dafür natürlich alles tip top aussehen muss.

Wir sind zurück in die Innenstadt gefahren und kamen an besagter Telefonzelle vorbei.
Außerdem hat uns Martha das Rathaus gesehen und Lisa hat sich gewundert, warum das Bonner Wappen eine Mischung aus der spanischen (rote und gelbe Streifen) und der finnischen Fahne (blaues Kreuz auf weiß) ist. ;-) Am Rathaus gibt es eine Eisdiele, die sich damit rühmt, das beste Eis in Bonn zu machen. Da haben wir Halt gemacht und wirklich leckeres Eis gegessen. So gestärkt sind wir weiter durch die Stadt gelaufen, haben und die Beethovenstatue und das Postgebäude angesehen.

Zum Schluss waren wir auf dem alten Friedhof. Da liegen unter anderem Beethovens Mutter, Robert und Clara Schumann und Schillers Sohn beerdigt. Die meisten Gräber sind sehr alt. Manche Grabsteine sind so verwittert, dass man nicht mehr lesen kann, was darauf steht. Aber es sind auch in den vergangen Jahren noch Menschen dort beerdigt worden.

Das Grab von Robert und Clara Schumann