Mit der Karte und zwei Mandarinen im Gepäck bin ich dann vorgestern mit Lisa, ihrer Mutter und Sandra nach Dortmund gefahren. Zeitig natürlich, denn wir wollten in die erste Reihe. Lisa hatte sich die Wegbeschreibung ausgedruckt und nachdem Sandra und ich uns in Dortmund am Hauptbahnhof noch was zu essen geholt hatten, jagte Lisa uns in Richtung FZW.
Als wir da ankamen, stand schon eine kleine Gruppe Katzenjammer-Fans vor der Tür. Uns fiel direkt auf, dass wir den Altersdurchschnitt leicht senkten, trafen dann aber auf zwei Kölnerinnen in unserem Alter, mit denen wir uns auch gleich verständigten, uns Plätze in der ersten Reihe freizuhalten. Es war aber auch schön zu sehen, dass Fans aus jeder Altersgruppe zu dem Konzert angereist waren. Beim Konzert später standen einige etwas ältere Menschen hinter uns. ;-)
Wir mussten noch gut eine Stunde warten, bis Einlass war. Die Wartezeit wurde uns aber dadurch versüßt, dass wir zusehen konnte, wie gegenüber ein Film mit Mario Adorf gedreht wurde. Wir haben uns überlegt, wovon der wohl handelt (wir sahen nur wie Mario Adorf gefühlte dreißig Mal in "cooler" Detektiv-Stellung um eine Ecke huschte und ein argloses Mädchen verfolgte) und ob wir nicht mal lautstark Katzenjammer-Lieder anstimmen sollten. Leider wurden wir regelmäßig von einer Frau der Crew zur Stille aufgerufen. Blöd. Die hätten sich vielleicht einen anderen Tag zum Drehen suchen sollen. Mein persönliches Hightlight bei der Filmerei war, dass am Ende der Fotoautomat, den sie anscheinend als Kulisse mitgebracht hatten, in einen LKW verladen wurde und der Mann hinter mir meinte: "Ich glaube, ich rufe mal die Polizei an, die stehlen den Fotoautomaten!" :-D
Gegen 19 Uhr wurden wir reingelassen und unsere Taschen wurden kontrolliert. Dabei wurden meine Mandarinen konfisziert. Sehr ärgerlich! Ich habe sie auch nach dem Konzert nicht zurück gebracht. Ich denke, die Security hatte Hunger...
Wir (die vier Essenerinnen und die beiden Kölnerinnen) haben dann tatsächlich einen Platz in der ersten Reihe bekommen und konnten zusammen auch gut die Plätze verteidigen, wenn eine oder zwei mal was zu trinken holen oder aufs Klo gehen wollten.
Kurz nach acht ging dann das Konzert mit dem Vorprogramm, Unni Wilhelmsen, ebenfalls eine norwegische Künstlerin, und ihrer Band los. Unni erklärte uns auch direkt den Grund ihres Auftritts. "You know, the girls are very beautiful and beauty needs time. That's why I'm here!" Aber sie hat auch so schöne Musik gemacht, dass der lange Schminkzeit von Katzenjammer nicht der einzige Grund gewesen sein kann.
Nachdem Unni noch ein bisschen Werbung für ihre CD gemacht hat, wurde die Bühne für Katzenjammer umgebaut. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis sie auftraten. Die Security verteilte in der Zeit Getränke an das Publikum. Das war wirklich nett, denn es war sehr warm in der Halle (Unni hatte schon gesagt, am Ende des Konzert wären wir alle so durchgeschwitzt, dass wir uns am Merchandise-Stand ein Katzenjammer-T-Shirt kaufen müssten. :-D). Von jetzt an habe ich hohe Ansprüche an Sicherheitskräfte. Wehe, ich kriege jetzt nicht bei jedem Konzert was zu trinken, dann beschwere ich mich!
Dann betraten - endlich - Katzenjammer die Bühne. Es war super! Sie haben mit "A Kiss Before You Go" angefangen und sofort sangen alle um mich herum mit. Ich muss ja gestehen, dass ich auch bei Katzenjammer noch ein bisschen textschwach bin. Die Refrains kriege ich meistens noch hin, aber der Rest war wieder Silben anpassen. ;-) Das hat meine Begeisterung aber nicht geschmälert. Man kann ja auch so Spaß an der Musik haben. Ich bin immer noch beeindruckt, wie viele verschiedene Instrumente sie spielen können und wie viel Leidenschaft sie in die Musik stecken.
Es war auch toll in der ersten Reihe zu stehen. Wir waren so nah an den Sängerinnen dran, das war unglaublich! Man konnte ihre Gesichtsausdrücke beim Singen sehen und alles... Bei Essen Original war der Sicherheitsabstand zur Bühne größer und die Bühne war höher, da waren wir einfach nicht so nah dran.
Durch das Konzert kann ich jetzt auch ganz andere Lieder von Katzenjammer schätzen. "Lady Marlene" hatte ich bisher zwar immer wohlwollend zur Kenntnis genommen, mehr aber auch nicht. Live bei dem Konzert war ich aber richtig verzaubert von dem Lied. Klar, wahrscheinlich lag es auch an der Beleuchtung, es war sehr dunkel auf der Bühne, Solveig und Anne Marit wurden am Klavier mit blauem Licht angestrahlt und es sah so aus, als würden Sterne leuchten, aber die ganze Atmosphäre bei dem Lied war total schön und es wirkte ganz anders, als wenn man es von der CD beim Chatten hört. Hinterher haben sie sich auch bedankt, dass wir bei den Liedern auch wirklich zuhören. Das ist doch selbstverständlich, wenn sie so toll singen.
Auch "A Bar In Amsterdam" gefällt mir live besser. Das ist zwar ein ganz anderes Lied als "Lady Marlene", aber es gefällt mir, wie da auf der Bühne die Post abgeht. Außerdem mag ich die Trompete (ja, ich weiß, dass die auch auf der CD dabei ist, aber das Auge hört mit :-P).
Und sie haben wieder das Lied gesungen, das bei Ronja Räubertochter im Intro ist. Diesmal haben sie es als "Norwegian tune" bezeichnet, dabei war es bei Essen Original noch ein skandinavisches Lied, das aber nicht norwegisch war. :-D
Bei "To The Sea" waren wir auch wieder gefordert, mit zu singen. "Aaaaaall I have leeeeft is the voooooice of the wind, blowing through the dooooor of our house". Anne Marit meinte, der große Weihnachtsbaum in Dortmund hätte sie in Weihnachtsstimmung versetzt, und alles, was sie sich zu Weihnachten wünschen würde, wäre, dass wir mitsängen. Das frühe Weihnachtsgeschenk konnten wir ihr machen, auch wenn sie einige von uns etwas anspornen musste. "Hey, I can see you!" und als dann immer noch nicht alle mitsangen "And you on the balcony, I can see you, too!"
Die Anmoderationen waren sowieso sehr lustig. Turid hat auf Deutsch angekündigt, dass sie eine kleine Autogrammstunde am Ende des Konzerts machen würden, musste dafür aber auf ihren Spickzettel gucken. Sie meinte, sie könne nicht so viel Deutsch, aber Solveig könne es, worauf Sol nur sagte: "Das ist korrekt" und die ganze Halle klatschte. Sie freute sich dann darüber, dass sie für ganze drei Wörter so viel Beifall bekommen hatte.
Nach dem Konzert war ich total euphorisch und stand irgendwie neben mir. Ich habe am Merchandise-Stand zwar ein Poster für den Typen, der mir die Karte gegeben hat, gekauft und auch ein Autogramm von Anne Marit und Marianne auf meine Eintrittskarte bekommen, aber vergessen, mir ein eigenes Poster zu kaufen (Lisa hat das für mich erledigt). Außerdem habe ich auch nur ein Foto mit Marianne, aber keins mit Anne Marit gemacht.
Ich war auch noch völlig aufgedreht, als ich wieder zuhause war und habe bis halb drei Uhr morgens keine Müdigkeit gespürt. Das Konzert war einfach klasse und ich hoffe, bald wieder eins besuchen zu können.
