Eigentlich hatten wir überlegt, schon um 11:11 Uhr bei der großen Eröffnung dabei zu sein, haben uns dann aber doch dagegen entschieden, um abends nicht schon müde zu sein. Lisa hat mich dazu gebracht, als Alternative um 11 Uhr den Fernseher anzumachen, um mich auf den Abend einzustimmen. Das war auch nicht ganz unpraktisch, so konnten zumindestens ein paar der kölschen und deutschen Texte in mein Kurzzeitgedächtnis wandern. Nachmittags habe ich mich dann in mein Kostüm (Pippi Langstrumpf) geworfen und wir sind zeitig nach Köln aufgebrochen. Und sind prompt im Berufsverkehrstau gelandet. Trotzdem haben wir es rechtzeitig geschafft.
Am 11.11. darf man keinen Proviant mit in die Kölnarena (Lanxessarena, was auch immer) nehmen und so trafen wir vor dem Eingang eine Gruppe, die großzügig ihre Klopfer und Brezeln an die anderen Wartenden verteilten. Dann ging die Tür auf und nach einer Taschenkontrolle durften wir rein.
Ich war vorher noch nie in der Kölnarena, also habe ich eine Führung bekommen. Außerdem haben wir uns etwas zu Essen und den Mottoschal dieser Session gekauft. "Jedem Jeck Sing Pappnas" Der Schal ist sehr süß: Rot mit Clowns-Taschen, wo kleine Hände oder auch Kölschgläser reinpassen (wobei es sehr merkwürdig aussieht, wenn man seine Händen in den Taschen hat, die so mehr oder weniger direkt über der Brust sind...) Dazu gab es zwei "Pappnasen", aber das "Papp" ist wohl eher symbolisch gemeint, denn diese Pappenheimer haben die Nasen aus Plastik gemacht.
Wir hatten von unseren Plätzen aus einen sehr guten Blick auf die Bühne. Vor uns saß ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern, der sehr begeistert davon war, dass Lisa meinte, sie könne alle Lieder mitsingen und wollte uns unbedingt etwas zu trinken besorgen. Weil Lisa und ich aber kein Bier trinken, kam er mit Cola und einem kleinen Feigling zurück. Seine Nachbarn waren auch sehr pflegeleicht und haben sich hinterher sogar bedankt, dass wir sie nicht mit Bier beschüttet hatten. Gern geschehen.
Die Menschen hinter uns - oder viel mehr einer von ihnen war weniger angenehm. Zuerst erzählte er allen, die es hören wollten (und auch den anderen auch), dass er aus Ostberlin komme und Karneval voll toll fände. Dann versuchte er eins der 5l-Fässer Bier aufzumachen, die man in der Arena kaufen konnte, und machte dabei Lisa und ihren Vater nass. Zum Schluss stellte er fest, dass er in der falschen Reihe saß und bestand darauf, mit der Hilfe von Lisas Vater in unsere Reihe zu klettern. Das Beste war dann aber, dass er 20 Minuten nach Beginn des Konzerts einschlief und irgendwann noch vor der Pause verschwand. Immer diese Touristen!

Die Stimmung war aber sehr gut, obwohl ich das Gefühl hatte, dass wir (wir drei und die Leute, die um uns rum saßen) vor der Pause alle mehr Power hatten und danach nicht mehr ganz so entusiatisch waren. Viele bekannten Karneval-Bands und eine Nachwuchsgruppe sind aufgetreten und haben je ein paar Lieder gespielt. Die meisten davon waren wohl die neuen, aber da ich die alten meistens auch nicht kannte, hat das für mich keinen Unterschied gemacht. Ich habe einfach das mitgesungen, was ich noch aus dem Fernsehen (bzw. als Import in den Weltstadt-Karneval in der "Provinz") kannte, oder auch einfach das, was ich gehört habe. So hat es auch einige Zeit gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es nicht "Ich brauche Sex und acht Stunden Schlaf" heißt, sondern viel mehr "Ich brauche sechs bis acht Stunden Schlaf". Kann passieren.
Besonders süß fand ich die kleinen Mädchen, die bei dem Mottolied mitgetanzt haben. Aber auch die Laternen, die bei "Rabimmel Rabammel Rabumm" von den Cöllnern an den Posaunen der Musiker hingen, waren nett.
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