Mittwoch, 21. September 2011

Essen.Original.

Am Wochenende war Essen.Original. Das ist ein Essener Musikfestival, das über drei Tage geht und bei dem alle Musikrichtungen von Klassik über Pop bis Metal vertreten sind. Im Grunde ist als für jeden etwas dabei, auch wenn dieses Jahr nicht so bekannte Leute wie Stanfour oder Mark Medlock dabei waren. Und eine Chartsplatzierung ist ja auch noch keine Garant für einen guten Musiker. ;-)
Ich war mit Lisa, ihrer Mutter und Sabrina am Samstagabend auf dem Kennedyplatz, wo um Viertel vor zwölf Katzenjammer, eine norwegische Band, gespielt hat. Und weil Lisa bei dem Konzert gerne in der ersten Reihe stehen wollte, haben wir uns bereits um sieben Uhr getroffen.
Den ersten Auftritt, den wir sahen, auch wenn wir leider (Achtung, Ironie) den Anfang verpasst hatten, war Essenz - Rock Dein' Block, ein Projekt mit Essener Jugendlichen, die von Ex-Bro'Sis Faiz. Das sagt ja schon fast alles. Erwähnenswert ist aber, dass die Jugendlichen besser gesungen haben als er.
Als nächstes kam Emma 6 auf die Bühne. Drei Jungs Anfang 20, da sie, laut eines ihrer Lieder aus den 80ern sind, die auf Youtube in mehreren Videos singend in einer Badewanne zu sehen sind. Die Badewanne hatten sie aber nicht mit auf der Bühne. Schade eigentlich. Ihre Lieder waren okay bis ganz nett. Sabrina fand sie allen Anschein nach ätzend. Aber wir haben Hannah von unserer Uni getroffen, die nur wegen Emma 6 da war. Sie hatte ein total cooles T-Shirt an: Je nach Lautstärke fing es an zu leuchten und zeigte sowas wie Frequenzwellen an. Das ging aber nur manchmal, wenn es zu laut wurde, störte das den Sensor.
Danach trat Das Gezeichnete Ich auf und wir gingen weiter nach vorne (Lisa und Sabrina konnten sich schon einen Platz in der ersten Reihe erkämpfen). Zuerst fand ich es besser als Emma 6, aber irgendwie war es wenig abwechslungsreich und ich habe den Text nicht verstanden, weil die Musik zu laut war. Die Mädchen neben mir schien das nicht zu stören, sie zeigten ihm Herzen mit ihren Händen und er zeigte ihnen eins zurück. Am Ende schmiss er ihnen auch seine Wasserflasche zu, was sie völlig aus dem Häuschen geraten lies.
Als sich auch die Ich-Fans in Wohlgefallen aufgelöst hatten, nahmen die Haudegen-Fans ihre Plätze ein und wir vier standen alle in der ersten Reihe. Das hat einige Haudegen-Fans ziemlich geärgert, weil wir keine Fans waren, vor allem Sabrina hat sich Freunde gemacht, nachdem sie sich kurz vor Beginn des Konzertes eine Tüte Pommes geholt und sich zurück zu uns gedrängelt hatten. Aber man muss uns lassen, dass wir nicht über die Band hergezogen haben, sowie die Haudegen-Fans es beim Gezeichneten Ich gemacht haben. Haudegen mach "Gossenpoesie", zwei breite Männer, die man nicht unbedingt nachts im Wald treffen möchte, die aber davon sprechen, dass wir alle eine große Familie sind, und Lieder über tote Verwandte und wahre Freundschaft singen.
Ein Fan neben mir heulte während des gesamten Konzerts und kuschelte sich an ihren Freunde, eine auf der anderen Seite unserer Gruppe fing die beiden Schweißhandtücher auf, die die Sänger in die Menge warfen, und stopfte sie sich unter die Jacke. Die spinnen, die Fans.

Nach Haudegen war es endlich Zeit für Katzenjammer. Einige der Fans waren schwer enttäuscht, dass ihre Lieblingsjungs aus Berlin keine Zugabe mehr geben durften und wetterten ziemlich gegen Katzenjammer, aber irgendwann wurde der Protest zum Glück leiser. Dafür konnte man die Leute hören, die dumme Kommentare dazu machten, dass es mit dem Aufbauen und Stimmen der Instrumente so lange dauerte. Zwei Frauen neben mir waren schon ganz genervt und fürchteten, dass die Kommentare das ganze Konzert über andauern würden.
Aber als das Konzert anfing, habe ich nicht mehr viel von den Leuten hinter mir mitbekommen. Das Konzert war großartig! Es ist faszinierend, wie viele verschiedene (und interessante) Instrumente, die Frauen spielen können. Beim Schlagzeug war auch eine Metalltonne dabei, da kann man nicht mehr viel zu sagen... ;-) Und die Lieder haben mir auch gut gefallen. Allerdings hat es fast zeitgleich zu Beginn des Konzerts angefangen zu regnen. Das war schade, aber es hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Regen zu einem guten Open Air Konzert dazu gehört. Passend zum Wetter sagen die auch drei Lieder zum Regen (ein naheliegendes Thema, wenn man in Norwegen lebt :-P).
Weil Katzenjammer die letzte Band war, durften sie sogar eine Zugabe geben (wenn jetzt noch die Hardcore-Haudegen-Fans da gewesen wären, wäre das sicher zu viel für sie gewesen) und nach dem Konzert hat Lisa noch Autogramme und Fotos von allen ergattert.

Mittwoch, 14. September 2011

Urlaub in Detmold

Freitag bin ich mit Lisa zusammen nach Detmold gefahren. Mal einen anderen Teil von NRW entdecken. Kaum zu glauben, dass ich noch nie das Hermannsdenkmal oder die Externsteine gesehen habe! Dabei war ja zumindest die Varus-Schlacht - ob sie nun an dieser Stelle stattgefunden hat oder nicht - nicht so unwichtig für die deutsche Geschichte (wenn denn schon von "Deutschland" sprechen kann...). Und außerdem kenne ich jetzt Lisas Leben: ihr Zimmer, ihre Grundschule, ihre Lieblingseisdiele...

Freitagnachmittag waren Lisa und ich zuerst beim Hermann und den Externsteinen. Bisher hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, wie das Denkmal aussieht. Ich habe sicher mal irgendwann ein Foto davon gesehen, aber es war dann doch sehr viel größer, als ich gedacht hatte. Lisa hat mir den Hermann schon vom Zug aus zeigen wollen, aber ich habe ihn nicht gesehen. Ständig kamen mir Bäume oder Häuser ins Blickfeld.













Der Hermann steht auf einem Säulensockel, in dem man auch besteigen kann. Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, hätten wir bis in den Kopf klettern können, aber das wollten wir nicht. Es könnte ja gefährlich sein. ;-)Aber schon von dem Aussichtspunkt unter den Füßen des Hermann konnte man recht weit sehen. Es waren auch Schilder mit Städtenamen angebracht, di in die jeweiligen Richtungen zeigten. Aber natürlich waren nur die umliegenden Städte und Berlin vertreten.
Auf dem Weg zu dem Denkmal steht die Hütte des Erbauers, in der er gelebt hat, während er irgendwann im 19. Jahrhundert daran gearbeitet hat. Außerdem sind verschiedene Gedenkplatten im Umkreis angebracht und es gibt eine Aussichtsplattform, an deren Rand die Rüstungen von römischen Soldaten aus Stein stehen.
Von dem Hermannsdenkmal aus sind wir zu den Externsteinen weitergefahren. Das sind riesige Steine, die in der Landschaft herum stehen. Auf zwei der Steine kann man drauf steigen und zwei sind mit einer Brücke verbunden. Auch von da RTL hat da vor ein paar Jahren einen Film zu den Nibelungen gedreht, bei dem Lisa fast als Komparsin mitgemacht hätte. Ansonsten feiern verschiedene esoterische Gruppen dort gerne die Sonnenwendfeste. Von oben kann man über die Landschaft gucken. Wie meinte die Fremdenführerin im Detmolder Schloss (s. unten) noch? "Wir haben hier eigentlich nur Landschaft. Schöne Landschaft. Aber es ist eben nur Landschaft." An einem Stein unten ist auch ein Relief zu sehen, das eine Kreuzigungsszene darstellt. Es wurde schon im Mittelalter von Mönchen, die da lebten in die Felsen gehauen.

Am Samstag sind wir zuerst in die Innenstadt von Detmold gefahren. Die ist sehr schön mit alten (teils schon ziemlich schiefen) Fachwerkhäusern und kleinen Gässchen.
Lisa hat mir die "Familienkirche" gezeigt und mir den Unterschied zwischen reformiert und lutherisch anhand der zwei Kirchen in der Innenstadt erklärt: "Die reformierte Kirche ist viel hässlicher!" Außerdem war in der Stadt gerade Markt, in Bücherflohmarkt der reformierten Kirche und ein Kunstmarkt auf dem Gelände vor dem Detmolder Schloss.
Obwohl wir alle drei Märkte besucht haben, waren wir dann aber letztendlich beim Tag der offenen Tür des Landestheaters in Detmold. Das war sehr interessant. Zuerst haben wir eine Führung mitgemacht, bei der uns etwas zu der Geschichte des Theaters erzählt und verschiedene Werkstätten gezeigt wurden. In dem Theater werden auch Opern und Ballett aufgeführt und weil es ein großes Theater ist, werden die meisten Bühnenbilder und Kostüme auch da hergestellt.
In der Schreinerwerkstatt war ein Teil eines Podestes für die nächste Inszenierung aufgebaut. Die werden auf einer schrägen Bühne spielen! Daneben war ein Modell des Bühnenbildes wie es später einmal aussehen soll, aufgebaut. Wenn die Holzteile fertig sind, müssen wie auch angemalt werden und in der Malerwerkstatt wurde uns gezeigt, mit welchen Techniken verschiedene Effekte erzeugt werden, z.B. werden so Kapitelle für Säulen aus Kunststoff gegossen und viel Styropor verwendet, das dann so angemalt wird, dass man glaubt, es wären tatsächlich Marmorsäulen. Die Maler verwenden auch eine normalen Pinsel sondern ganz lange. Einer war gerade dabei, einen falschen Vorhang auf eine Holzplatte zu malen, die am Boden lag, ohne sich dabei viel bücken zu müssen.
Wir waren auch in der Schneiderei und haben gesehen, dass wirklich großartige Kostüme im Entstehungsprozess sind. Eins ist ein rotes, das leicht japanisch wirkt und viele lange "Schleppen" hat. An den Wänden hingen Zettel, auf denen Skizzen zu den verschiedenen Kostümen gemacht waren. Allerdings werden nicht alle Kostüme neu geschneidert. Normale Anzüge werden z.B. gekauft, weil das billiger ist und schneller geht. Bei ausgefalleneren Sachen wird zuerst immer im Fundus geguckt, ob es etwas gibt, das man umarbeiten könnte. Deswegen haben alle Gewänder auch genug Spielraum für Änderungen.
Im Fundus waren wir dann auch. Allerdings nur im Fundus für Männerkostüme. Der für die Frauenkleider ist kleiner, weil bei vielen Theaterstücken mehr Männer als Frauen mitspielen (Goethe, Schiller etc.). Der Fundus ist aber riesig, auch wenn die Decke sehr niedrig ist und es ziemlich eng zwischen den Kleiderständern und Regalen ist. Die Kostüme darin sind nach Epochen und nach Bekleidungsstück geordnet. Das war schon sehr faszinierend. Das Theater hat sogar eine eigene Reinigung dabei. Fantasie-Kostüme können allerdings nicht gewaschen werden. Weil die Schauspieler aber natürlich darin schwitzen, werden sie mit Wodka durchgespült.
Nach der Führung haben wir eine Technikshow gesehen. Der Intendant des Theater hat ein Glas zerspringen lassen und eine blutende Hand bekommen. Er stand im Schnee und Gewitter auf der Bühne und zwischendurch kam ein Engel auf die Bühne geschwebt und sang "Cabaret".
Bei der Führung und der Technikshow kam ich nicht darum herum, das Landestheater mit dem Filou zu vergleichen. Natürlich ist das Landestheater viel größer, aber im Kleinen läuft es beim Filou genauso ab. Wenn wir ein Theaterstück aufführen wollten, wurde auch erst geguckt, was an Kostümen im Fundus und bei uns zuhause da war, und meistens hat das gereicht. Beim Bühnenbild auch. Dann wurden einzelne Sachen dazu gekauft oder die Eltern gebeten, uns ein Kleid oder eine Hose zu nähen oder einen Wohnwagen aus Holz zu bauen. Und auf unserer Bühne gibt es auch einige Stangen, an denen man Scheinwerfer und andere Dinge befestigen kann (bei "Hilfe die Herdmanns kommen" hatten wir immerhin eine Schauspielerin in einem Bett unter der Decke hängen). Natürlich kann man unser Laientheater nicht mit dem professionellen vergleichen, aber die Abläufe sind schon parallel.
Beim Tag der offenen Tür wurden außerdem alte Kostüme aus dem Fundus verkauft. Die richtig tollen waren natürlich zu teuer, aber es war schon lustig, die durchzugucken. Gekauft habe ich aber nichts. Stattdessen haben Lisa und ich eine furchtbare Frau beobachtet. Die war mit ihrer kleinen Tochter im Kindergartenalter da. Die Kleine sollte Mama den pinken Hut aus einer Kiste geben. Die Mutter hätte nur drei Schritte gehen müssen, um den Hut, der nicht einmal pink war, zu holen, aber nein, sie meckerte das Kind, das nicht verstand, was die Mutter wollte, so lange an, bis eine andere Frau ihr den Hut gab. Das arme Kind!
Die beste Aktion des Theaters fand im Innenhof statt. Bei einer Fotoaktion konnte man aus einer kleinen Auswahl Kostümen eins auswählen und für zwei Euro ein Polaroidfoto machen lassen. Das konnten Lisa und ich uns nicht entgehen lassen und haben uns zwei tolle Kleider rausgesucht. Sie waren richtig schwer. So viel Stoff! Und sie haben gut unsere Schuhe versteckt. Lisas war hinten mit einer Schnürung, wie bei einem Korsett, meins wurde mit kleinen Haken geschlossen. Wir mussten uns auch gegenseitig beim Anziehen helfen. Aber für das Bild hat sich das gelohnt. Nachdem wir beide das Polaroidfoto hatten machen lassen, haben wir das Mädchen, das die Fotos gemacht hat, gefragt, ob sie auch eins von uns beiden zusammen mit meiner Digitalkamera machen könnte. Und wie ihr seht, hat sie es netterweise gemacht.
Zum Schluss wollten wir uns eine öffentliche Probe für Iphigenie auf Tauris ansehen. Weil wir etwas früh dran waren, sind wir noch durch die Maske gegangen. Da haben wir gesehen, wie ein Mädchen, Kunsthaare um drei gespannte Fäden flocht, um ein Haarteil herzustellen, wie eine Frau eine ganze Perücke erarbeitete und wie ein anderes Mädchen ein Kopfputz anfertigte, der für die Zwischenprüfung ihrer Ausbildung gedacht war.
Die öffentliche Probe war sehr lustig. Es wurde eine Szene gespielt, in der Orest und Pylades nach ihrer Ankunft auf Tauris in einer Zelle eingesperrt sind. Die beiden Schauspieler haben zwischendurch ein bisschen rumgealbert. Irgendwann, nachdem sie mal wieder ihren Text vergessen hatte, meinte einer von beiden: "Normaler Weise sind wir besser!" Am Ende rannte "Orest" aus Versehen aus dem Bereich, der die Zelle war und warf einen Stuhl, der dadurch kaputt ging. Allerdings flog auch der Stuhl aus der Zelle und "Pylades" rief: "Hey, du hast die Zellenwand durchbrochen! Wir sind frei!" Die Probe endete also mit einer leichten Abänderung von Goethes Original.

Den Sonntagvormittag nach dem Frühstück haben Lisa und ich mit einem TKKG-Computerspiel verbracht (wir haben alle drei CD-Roms, die Lisa da hatte, in den Tagen gelöst). Gegen Mittag sind wir nach Blomberg zu der großen Wilbasen Kirmes gefahren. Leider spielte das Wetter an diesem Nachmittag nicht mit und nach einer Fahrt im Riesenrad begann es immer mehr zu regnen, so dass wir wieder zurück nach Detmold fuhren, nachdem wir einmal über die gesamte Kirmes geschlendert waren.

Montag haben Lisa und ich an einer Führung durch das Schloss in Detmold teilgenommen. Außer uns war nur eine weitere Frau dabei. Aber es war sehr nett. Die Frau, die die Führung machte (von der auch der Satz mit der Landschaft weiter oben war), konnte ganz gut erzählen und wirkte sehr sympathisch. Wir mussten lustige Filzschlappen über die Schuhe ziehen, um das Parkett nicht zu beschädigen und um die Räume und ihre Dekoration zu schützen, waren die einzigen Fotos, die wir machen durften, die vor dem offenen Fenster in den Innenhof.
Die Räume sind alle sehr prunkvoll eingerichtet. Teures Porzellan, Wandteppiche und Gemälde. Ich hatte die ganze Zeit Angst mit den Wollpuschen auf dem glatten Fußboden auszurutschen und gegen eine Vitrine oder den übergroßen Keramikspiegel zu knallen. Wir konnten uns allerdings nur ein paar Räume des Schlosses ansehen, da es noch bewohnt ist. Von einem echten Prinzen: Armin Prinz zur Lippe. Ich weiß aber nicht, ob es ihm viel Freude macht, da zu wohnen. Die Schlossführerin hat erzählt, dass sie jetzt zwar eine Heizung eingebaut haben, aber dass die hohen Räume mit der einfach Verglasung und Holzfenstern sich nur schwer heizen lassen. Sie kommen selten über 19°C.
Das Gebiet Lippe war lange Zeit unabhängig. Zunächst als Fürstentum, später als Freistaat. Erst nach dem zweiten Weltkrieg musste es sich entscheiden, ob es zu Nordrheinwestfalen oder zu Niedersachsen gehören wollte, und entschied sich für NRW. Deswegen ist die lippische Rose nicht nur überall in Detmold, sondern auch im Wappen von NRW zu sehen.
Eigentlich hätten Lisa und ich ja in den Kostümen, die wir für die Fotoaktion im Theater anhatten, ins Schloss kommen und da richtig schöne Fotos machen müssen, aber ich fürchte, dass sowohl die Mitarbeiter des Theaters als auch die Bewahrer des Schlosses damit nicht einverstanden gewesen wären...
Nach der Schlossführung haben Lisa und ich eine Schulfreundin von mir, die in Detmold studiert, getroffen. Es war sehr schön, sie wieder zusehen, auch wenn sie nicht viel Zeit hatte. Nach einem Zwischenstopp in der Eisdiele sind Lisa und ich zum Palaisgarten neben der Musikhochschule gegangen. Da war es auch sehr schön, aber weil es dunkler wurde und merkwürdig Gestalten in dem Park herumhingen, sind wir zurück zu Lisas Eltern gefahren.

Den Dienstag haben wir komplett im Freilichtmuseum verbracht. Auf einem riesigen Gelände (es ist das größte Freilichtmuseum Europas) sind Häuser aus verschiedenen Teilen Westfalens aufgebaut. Größtenteils sind es alte Bauernhäuser. Die Gebäude sind von irgend ursprünglichen Standorten bis nach Detmold transportiert worden.
In den Bauernhäusern kann man sehen, wie die Ställe früher mit dem Wohnhaus verbunden waren. Außerdem stehen in den meisten Häuser auch einige Möbel: Betten, Truhen oder Tische. Teilweise auch Geschirr. Auf einem Bauernhof laufen sogar Hühner frei rum.
Es gibt aber nicht nur alte Bauernhäuser zu sehen. Wir sind auch an zwei Windmühlen, einer Dorfkapelle mit Klassenraum und einer Dorfschule vorbei gekommen. Außerdem sind verschiedene Gebäude zu Dörfern zusammengestellt. In den Gärten der Häuser sind teilweise Blumen, Gemüse und Heilpflanzen angepflanzt. Man merkt, dass sehr viel Arbeit in dem Museum steckt.
Im "Paderborner Dorf" gibt es auch einen Tante-Emma-Laden mit Süßigkeiten, ein Restaurant, eine Bäckerei, einen Schmied und Wohnhäuser, die eher in einer Stadt gestanden haben werden. Es gibt sogar eine Außenstelle vom Standesamt.
Zwischen den Bauernhöfen und Dörfern kommt man an Feldern, Obstbäumen und Tierweiden vorbei. Auch ohne sich die Häuser anzusehen, kann man dort wunderbar spazieren gehen. Eine Jahreskarte lohnt sich also wirklich. Das Gelände ist auch so groß, dass uns die vielen anderen Besucher gar nicht so sehr aufgefallen sind. Erst im Paderborner Dorf trafen wir auch größere Ansammlungen von anderen Menschen. Unter anderem war da auch eine Schulklasse, die eine Art Rallye durch das Museum machen musste. Sie hatten Fotos dabei und sollten die Gebäude finden, die auf den Fotos abgebildet waren.
Lisa und ich sind mit einer Pferdekutsche zurück zum Eingang gefahren und haben von da aus noch mal den Teil des Museums erforscht, in dem wir vorher nicht gewesen waren. Da gab es ein "Haus zum Anfassen". In allen anderen Häusern sind dicke Plexiglasscheiben vor den Möbeln. Aber in dem Haus zum Anfassen, darf man, wie der Name schon sagt, alles anfassen. Man darf sich sogar in die Betten legen. Die meisten Betten von früher sind ja etwas kürzer als die heutigen. Die Frau im Schloss hat uns erklärt, dass das nicht nur daran liegt, dass die Menschen früher kleiner waren, sondern auch daran, dass sie glaubten, sie würden sterben, wenn sie liegen und deswegen halb sitzend schliefen. Ich weiß nicht, ob das für die Bauern auch galt, in das Bett, in das ich mich legte, passte ich jeden falls ganz herein. Im Haus zum Anfassen haben wir auch versucht, eine altmodische Mausefalle in Gang zu kriegen (wir hatten uns über das merkwürdige Gerät mit Holzblöcken schon gewundert und hatten, einen Mann von dem Museum gefragt, was das denn sei), aber so richtig hat das nicht geklappt. Wir konnten uns auch nicht vorstellen, wie man damit Mäuse fangen sollte...

Heute Morgen bin ich wieder zurück gefahren. Lisa und ich sind zusammen bis Herford gefahren, wo wir dann aber in verschiedene Züge gestiegen sind, weil sie noch anderes zu tun hatte. Gegen halb zwei war ich dann aus meinem All-inclusive Kurzurlaub in einem schönen Fleckchen Erde zurück.

Donnerstag, 8. September 2011

Mumin-Ausstellung

Im Rathaus Essen ist gerade eine Ausstellung zu den Mumins zu sehen. Essen hat eine Städtepartnerschaft mit Tampere in Finnland. Deswegen haben wir jetzt eine Wanderausstellung der Mumins und eine Fotoausstellung im Rathaus.
Die Muminausstellung ist nicht groß oder spektakulär, aber sehr süß. Ich war heute mit Lisa und Charlotte da. Es sind verschiede Illustrationen aus den Mumin-Bücher zu sehen (in schwarz-weiß und in Farbe), ein Puzzle mit Blüten, eine Vitrine mit Mumin-Stofftieren, Holz-Aufsteller mit den Mumins, ein Papphaus und ein kleines Boot "Abenteuer".



Montag, 5. September 2011

Ein Tag in Bonn


Bonn??? Ja, diese rote Telefonzelle ist ein Geschenk der Stadt Oxford an Bonn anlässlich der 40-jährigen Städtepartnerschaft. Aber bevor ich das Feld von hinten aufrolle, fange ich mal am Anfang an...

Lisa und ich kamen auf die Idee, wir könnten Martha in Bonn besuchen. Gesagt, geplant und getan. Heute stand ein Ausflug nach Bonn auf dem Plan.
Martha hat uns am Bahnhof abgeholt und wir sind zuerst zu dem botanischen Garten der Uni gegangen. Als wir das letzte Mal in Bonn waren, wurden wir nicht herein gelassen. Heute schon. Der Garten ist sehr schön. Viele Blumen, exotische Pflanzen, Wasser...













Danach sind wir zum Rhein gegangen und sind eine ganze Weile lang am Ufer spazieren gegangen. Das war sehr schon und nachdem wir am botanischen Garten ist bisschen Regen hatten, war es am Rhein dann auch trocken. Es war sehr schön am Rhein, im Hintergrund konnten wir Berge und den Postturm von Bonn sehen.

Vom Rhein aus sind wir in das alte Regierungsviertel gekommen. Hohe Mauern oder Zäune mit den Bundesadler und Überwachungskameras. Und die schönen Häuser, wie die Villa Hammerschmidt sind hinter vielen Bäumen versteckt. Außerdem steht da der Kopf von Adenauer. Gerade sind dem Viertel viele Baustellen, weil der Tag der Deutschen Einheit dieses Jahr in Bonn gefeiert wird und dafür natürlich alles tip top aussehen muss.

Wir sind zurück in die Innenstadt gefahren und kamen an besagter Telefonzelle vorbei.
Außerdem hat uns Martha das Rathaus gesehen und Lisa hat sich gewundert, warum das Bonner Wappen eine Mischung aus der spanischen (rote und gelbe Streifen) und der finnischen Fahne (blaues Kreuz auf weiß) ist. ;-) Am Rathaus gibt es eine Eisdiele, die sich damit rühmt, das beste Eis in Bonn zu machen. Da haben wir Halt gemacht und wirklich leckeres Eis gegessen. So gestärkt sind wir weiter durch die Stadt gelaufen, haben und die Beethovenstatue und das Postgebäude angesehen.

Zum Schluss waren wir auf dem alten Friedhof. Da liegen unter anderem Beethovens Mutter, Robert und Clara Schumann und Schillers Sohn beerdigt. Die meisten Gräber sind sehr alt. Manche Grabsteine sind so verwittert, dass man nicht mehr lesen kann, was darauf steht. Aber es sind auch in den vergangen Jahren noch Menschen dort beerdigt worden.

Das Grab von Robert und Clara Schumann