Mittwoch, 21. September 2011

Essen.Original.

Am Wochenende war Essen.Original. Das ist ein Essener Musikfestival, das über drei Tage geht und bei dem alle Musikrichtungen von Klassik über Pop bis Metal vertreten sind. Im Grunde ist als für jeden etwas dabei, auch wenn dieses Jahr nicht so bekannte Leute wie Stanfour oder Mark Medlock dabei waren. Und eine Chartsplatzierung ist ja auch noch keine Garant für einen guten Musiker. ;-)
Ich war mit Lisa, ihrer Mutter und Sabrina am Samstagabend auf dem Kennedyplatz, wo um Viertel vor zwölf Katzenjammer, eine norwegische Band, gespielt hat. Und weil Lisa bei dem Konzert gerne in der ersten Reihe stehen wollte, haben wir uns bereits um sieben Uhr getroffen.
Den ersten Auftritt, den wir sahen, auch wenn wir leider (Achtung, Ironie) den Anfang verpasst hatten, war Essenz - Rock Dein' Block, ein Projekt mit Essener Jugendlichen, die von Ex-Bro'Sis Faiz. Das sagt ja schon fast alles. Erwähnenswert ist aber, dass die Jugendlichen besser gesungen haben als er.
Als nächstes kam Emma 6 auf die Bühne. Drei Jungs Anfang 20, da sie, laut eines ihrer Lieder aus den 80ern sind, die auf Youtube in mehreren Videos singend in einer Badewanne zu sehen sind. Die Badewanne hatten sie aber nicht mit auf der Bühne. Schade eigentlich. Ihre Lieder waren okay bis ganz nett. Sabrina fand sie allen Anschein nach ätzend. Aber wir haben Hannah von unserer Uni getroffen, die nur wegen Emma 6 da war. Sie hatte ein total cooles T-Shirt an: Je nach Lautstärke fing es an zu leuchten und zeigte sowas wie Frequenzwellen an. Das ging aber nur manchmal, wenn es zu laut wurde, störte das den Sensor.
Danach trat Das Gezeichnete Ich auf und wir gingen weiter nach vorne (Lisa und Sabrina konnten sich schon einen Platz in der ersten Reihe erkämpfen). Zuerst fand ich es besser als Emma 6, aber irgendwie war es wenig abwechslungsreich und ich habe den Text nicht verstanden, weil die Musik zu laut war. Die Mädchen neben mir schien das nicht zu stören, sie zeigten ihm Herzen mit ihren Händen und er zeigte ihnen eins zurück. Am Ende schmiss er ihnen auch seine Wasserflasche zu, was sie völlig aus dem Häuschen geraten lies.
Als sich auch die Ich-Fans in Wohlgefallen aufgelöst hatten, nahmen die Haudegen-Fans ihre Plätze ein und wir vier standen alle in der ersten Reihe. Das hat einige Haudegen-Fans ziemlich geärgert, weil wir keine Fans waren, vor allem Sabrina hat sich Freunde gemacht, nachdem sie sich kurz vor Beginn des Konzertes eine Tüte Pommes geholt und sich zurück zu uns gedrängelt hatten. Aber man muss uns lassen, dass wir nicht über die Band hergezogen haben, sowie die Haudegen-Fans es beim Gezeichneten Ich gemacht haben. Haudegen mach "Gossenpoesie", zwei breite Männer, die man nicht unbedingt nachts im Wald treffen möchte, die aber davon sprechen, dass wir alle eine große Familie sind, und Lieder über tote Verwandte und wahre Freundschaft singen.
Ein Fan neben mir heulte während des gesamten Konzerts und kuschelte sich an ihren Freunde, eine auf der anderen Seite unserer Gruppe fing die beiden Schweißhandtücher auf, die die Sänger in die Menge warfen, und stopfte sie sich unter die Jacke. Die spinnen, die Fans.

Nach Haudegen war es endlich Zeit für Katzenjammer. Einige der Fans waren schwer enttäuscht, dass ihre Lieblingsjungs aus Berlin keine Zugabe mehr geben durften und wetterten ziemlich gegen Katzenjammer, aber irgendwann wurde der Protest zum Glück leiser. Dafür konnte man die Leute hören, die dumme Kommentare dazu machten, dass es mit dem Aufbauen und Stimmen der Instrumente so lange dauerte. Zwei Frauen neben mir waren schon ganz genervt und fürchteten, dass die Kommentare das ganze Konzert über andauern würden.
Aber als das Konzert anfing, habe ich nicht mehr viel von den Leuten hinter mir mitbekommen. Das Konzert war großartig! Es ist faszinierend, wie viele verschiedene (und interessante) Instrumente, die Frauen spielen können. Beim Schlagzeug war auch eine Metalltonne dabei, da kann man nicht mehr viel zu sagen... ;-) Und die Lieder haben mir auch gut gefallen. Allerdings hat es fast zeitgleich zu Beginn des Konzerts angefangen zu regnen. Das war schade, aber es hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Regen zu einem guten Open Air Konzert dazu gehört. Passend zum Wetter sagen die auch drei Lieder zum Regen (ein naheliegendes Thema, wenn man in Norwegen lebt :-P).
Weil Katzenjammer die letzte Band war, durften sie sogar eine Zugabe geben (wenn jetzt noch die Hardcore-Haudegen-Fans da gewesen wären, wäre das sicher zu viel für sie gewesen) und nach dem Konzert hat Lisa noch Autogramme und Fotos von allen ergattert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen