Dienstag, 12. Juli 2011

Hochschulsport, die Zweite

Montag war es soweit, die Anmeldung für die Semesterferienkurse vom Hochschulsport begann. Leider funktionierte das System eine Stunde lang nicht, so dass wir (die beiden Lisas und ich) uns kurz vor Beginn des Spanischkurses anmelden mussten.
Wir standen völlig aufgeregt vorm Rechner. Schließlich wollten wir zusammen in den Zumba-Kurs bei der Trainerin, die wir im Moment auch haben. Nur sind die Hochschulsportkurse immer so schnell ausgebucht. Zehn nervenaufreibende Minuten warteten wir - und kamen alle in den Wunschkurs. Wir brachen spontan in Jubel aus und wurden von den anderen Studenten verwirrt beäugt. Lustiger Weise, sind nicht nur wir drei, sondern auch noch Charlotte und Emilia mit im Kurs.
Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal so darum fiebern würde, in einen Sportkurs zu kommen. Aber Zumba... ist nun mal cool. Letztes Mal beim Kurs haben Lisa und ich uns auch mit drei Mädchen unterhalten, die Schulsport auch absolut furchtbar fanden, aber von Zumba begeistert sind. Da schafft der Kurs wirklich etwas. Ich sage nur: "Zumba eh eh eh eh oh oh oh oh..."

Freitag, 1. Juli 2011

Moodleando - der Unterricht von morgen

(Moodle = virtuelle Lernplattform der Uni
-ando/ -iendo = Endung des spanischen Gerundiums)

Erinnert ihr euch noch daran, wie wir in der fünften Klasse die Schule der Zukunft beschreiben sollten? Wie wir uns alle ausmalten, dass man den Unterricht über den PC machen würde, die Hausaufgaben online korrigiert und die Lehrer durch Roboter ersetzt würden? Die Technik macht's möglich. Bei uns an der Uni ist es fast so weit.
Wir haben zwar noch keine Roboter-Dozenten (auch wenn manch einer so monoton spricht, dass man erwartet als nächstes ein "Prof.exe hat einen Fehler bemerkt und muss beendet werden" oder auch "Muss - töten - muss - töten - Weltherrschaft" zu hören), aber die meisten Dozenten sind schon mehr oder weniger gekonnt auf den Neue-Medien-Zug aufgesprungen.
Ohne Powerpoint geht fast gar nichts mehr an der Uni, ob es nun sinnvoll eingebunden ist oder nicht. Die Veranstaltungen, in denen man nicht 90 Minuten lang auf eine vorbereitete Präsentation starrt, sind selten und eine willkommene Ruhepause für die Augen.
Auf die Spitze getrieben hat es jedoch unsere Spanischdozentin. Sie hat Moodle entdeckt und sich innerhalb eines Jahres zum Master of Disaster... ähm nein... zum Master of Moodle hochgearbeitet. Moodle ist nicht nur eine schnöde Plattform, auf die man Aufgaben hochladen, Nachtrichten verschicken und Forumsbeiträge schreiben kann. Nein, Moodle kann mehr. Die so genannten Hot Pot Test ersetzen die Vokabelteste: Man lässt die Studenten Lückentexte ausfüllen, die dann von dem Computer mit der Einen Lösung vergleichen werden. Und für die Gruppenarbeit bietet Moodle Wikis (also Gemeinschaftsdokumente) und sogar einen Chat.
Wenn man Glück hat, sind der Chat und die Wikis sogar privat, so dass die Gruppen sich nicht in die Quere kommen. Wenn man Pech hat - und die Meisterin des Internetlernens nicht aufgepasst hat - chattet man jedoch mit dem ganzen Kurs.
Den meisten Spaß bereitet Moodle aber erst, wenn man die ultimative Macht hat. Die Dozenten haben die komplette Einsicht in das, was wir auf Moodle treiben. Sie können alles sehen. Wirklich ALLES. Sie können nachforschen, wer sich wann eingeloggt hat, welchen Hot Pot Test mit welchem Ergebnis zu welche Uhrzeit gemacht hat, welche Wiki wie bearbeitet und wann seine Hausaufgaben hochgeladen hat. Sogar die Chatverläufe können sie einsehen (unsere Dozentin macht das z.B., um zu überprüfen, ob wir bei der Gruppenarbeit brav auf Spanisch "reden" - kein Vertrauen hat die in uns!). Big Sister is watching you.
In einem anderen Kurs wurde das aber noch übertroffen. Die Studenten mussten ihr Referat in Moodle hochladen und ihre Stimme aufnehmen, damit die Kommilitonen sich zuhause das komplette Paket ansehen konnte. Im Unterricht hatte man ja keine Zeit mehr dafür. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich gefragt habe, ob wir wirklich alles tun müssen, was wir tun können, und ob das Konzept Referat dadurch nicht teilweise sinnentleert wird.
Aber wer weiß, vielleicht ist das ja die Zukunft. Vielleicht sitze ich eines Tages ja im Schlafanzug vor meinem PC und begrüße meine virtuellen Schüler. Dann können auch wieder die Leute Lehrer werden, die Angst vor Menschen haben...