Dienstag, 24. Mai 2011

Kassel

Am Wochenende bin ich nach Kassel gefahren, um Hannah zu besuchen. Sie hatte gesehen, dass in einem kleinen Theater "Creeps" aufgeführt wurde, das Theaterstück, dass schon die "Großen" gespielt hatten, bevor Hannah und ich in deren Gruppe aufsteigen durften. Klar, dass wir uns es uns nicht entgehen lassen konnte, die Filou-Mädchen mit den Kasselern zu vergleichen. Außerdem war es eine gute Gelegenheit, mal zu sehen, wie Hannah eigentlich wohnt.
Samstagmittag habe ich von Dortmund aus den IC nach Kassel genommen. Ich hatte mir zwar einen Sitzplatz reserviert, aber die Deutsche Bahn hatte in ihrer unendlichen Weisheit den Platz zweimal vergeben... Dumm gelaufen, aber im Zug war nicht viel los und ich musste nicht stehen.
Hannah hat mich vom Bahnhof abgeholt und wir sind zu ihrer Wohnung gefahren. So ein bisschen erinnert die Wohnung an den Studenten-Stereotyp: Eine WG in einem Hinterhaus-Altbau, in dem viele junge Menschen wohnen; im Hof stehen jede Menge Fahrräder in allen Größen und die Fensterbank des Treppenhauses im ersten Stock ist eine "Schenke-Fensterbank" (was darauf liegt, darf man mitnehmen). Mir hat es gefallen. Allerdings hat Hannah auch gleich darauf hingewiesen, dass es im Winter in der Wohnung sehr kalt wird.
Wir haben eingekauft und sind dann mit dem Rad zum Theater gefahren. "Creeps" handelt von drei Mädchen, die alle glauben, an einem Moderatoren-Casting teilzunehmen. Sie müssen verschiedene Aufgaben lösen (anmoderieren, Interviews führen) ohne zu wissen, dass sie nicht nur bei den Aufgaben sondern die ganze Zeit gefilmt werden. Der Konkurrenzdruck steigt, es kommt zu Zickenterror und Zusammenbrüchen, bis die Mädchen merken, dass ein abgekartetes Spiel mit ihnen getrieben wird und sich gegen den Chef des Senders auflehnen.
Leider waren nur fünf Zuschauer da. Eigentlich wird in dem Theater erst ab 15 Zuschauern gespielt, aber die Schauspielerinnen und der Regisseur beschlossen, die Aufführung als Probe vor Zuschauern zu sehen und haben gespielt bzw. "geprobt". Die Mädchen haben sich gut geschlagen, auch wenn die eine etwas undeutlich geredet hat.
Nach dem Theaterstück hatten wir noch keinen Hunger und weiter mit dem Rad durch die Stadt gefahren. Zuerst haben wir in einem Supermarkt lustige kleine Wasserflaschen in bunten Farben mit Stickern und einem Gummihai, mit dem man Leute nass spritzen kann, gekauft, um unseren Durst und unsere unschuldigen kindlichen Freuden zu stillen. Dann sind wir über den Platz mit den "Walpenissen" zur Uni gefahren.


Mir gefällt der Campus der Uni Kassel schon besser als der Essener. Aber das ist ja auch nicht so schwer. Auf jeden Fall habe ich da mehr Grün (an einer Stelle sogar Rosen!) gesehen.
Auf diesem Foto sieht mach auch die lustigen Wasserfläschchen

Als es dunkler wurde, sind wir zurück zu Hannah gefahren und haben auf dem Weg noch Pizza geholt, denn inzwischen hatten wir schon ziemlich Hunger bekommen. Ein Glück, dass die Pizzeria um halb elf die Küche noch aufhatte, sonst hätten wir wahrscheinlich zu dem berühmt berüchtigten Dönerladen gehen müssen, wo nachts all die Menschen unterkommen, die nicht mehr nach Hause finden.
Am Sonntag bin ich schon um zwölf Uhr zurück gefahren, weil sowohl Hannah als auch ich noch viel zu tun hatten. Es reichte aber noch für eine Radtour durch die Aue und am Bugasee entlang und dafür, einmal kurz beim Kasseler Marathon zu gucken. Der fand nämlich genau an dem Tag statt und von daher war es ganz gut, dass ich um 12 gefahren bin, danach wäre es schwierig geworden, mit der Bahn zum Hauptbahnhof zu kommen, weil wegen des Marathons die Straßenbahnen nach zwölf nur noch vereinzelt fuhren.
Die Zeit in Kassel war sehr schön, auch wenn ich nur kurz da war. Kassel als Stadt gefällt mir gut und was natürlich noch besser war, war Hannah mal wieder zu sehen. Ich muss unbedingt noch mal hin, wenn wir beide mal mehr Zeit haben.






Samstag, 14. Mai 2011

Hochschulsport

Der Sport und ich haben uns ja nie so gut verstanden. Es fing schon in der Grundschule an, wo ich in die Sportfördergruppe gesteckt wurde und deswegen - zu meinem großen Unverständnis und Enttäuschung - meistens in den Kunststunden fehlte. Nach kurzer Zeit war mir die Gruppe verhasst und meine Eltern meldeten mich in einem Turnverein an. Da gefiel es mir ganz gut, bis ich den Verein wechseln musste und da nur Wettkampfvorbereitung betrieben wurde. Gleich in der ersten Stunde musste ich mich in die Ecke stellen und den Hampelmann noch mal üben, weil ich mich beim Vorhüpfen vertan hatte.
Von ähnlichen Frustrationserlebnissen war auch der Sportunterricht am Gymnasium geprägt und als ich an der Uni anfing mied ich das Programm des Hochschulsports wieder der Teufel das Weihwasser.
Dann hat Lisa mich aber doch überredet, einen Kurs mit ihr zu belegen und nach ausgiebiger Analyse des Angebotes ("Nichts mit Bällen und nichts, dass zu anstrengend klingt!"), entschieden wir uns in den Semesterferien nach dem Sommersemester 2009 für einen Yoga-Kurs. Jedoch merkten wir schnell, dass das nichts für uns war. Während ich die Verrenkungen meistens schweigend ertrug, beschwerte Lisa sich regelmäßig bei unserem Guru im lila Jogginganzug und meinte, sie könne nicht glauben, dass diese Übung gut für den Rücken, die Beine oder den Körper insgesamt sei.
Im Wintersemester danach haben wir einen Step Aerobic-Kurs belegt. Für Lisa war es der zweite, für mich der erste und ich fand es ganz in Ordnung. Zu Musik eine Stufe rauf- und runtersteigen klingt nach nem Deal. Leider bot die Trainerin in den Semesterferien danach nur einen Kurs in Power-Step an. Step Aerobic mit Krafttraining gepaart. Beim Liegen auf einer grüner Gymnastikmatte und dem verzweifelten Versuchen, den Oberkörper so hoch zu heben wie der Rest der Truppe kam doch wieder Frust auf und so entschieden Lisa und ich uns im nächsten Semester für Aerobic ohne Step. Da ergab sich jedoch das Problem, dass ich ohne Stepper die Orientierung verliere. Wie Lisa schon ganz richtig meinte: "Meine Stufe ist meine Area, da kommt keiner rein!"
Einmal haben wir einen Workshop zu irischen Tänzen gemacht. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Wir sind da einen Tag lang zu irischer Musik herum gehüpft und weil ich meine dicken Turnschuhe ausgezogen hatte, um mich auf meinen Socken besser drehen zu können, waren am Ende nicht nur meine Strümpfe sondern auch meine Füße blau waren, weil der Hallenfußboden durch den Stoff durchgefärbt hat.

Dieses Semester machen Lisa und ich zwei Sportkurse: Step Aerobic und Zumba. Und zum ersten Mal bin ich begeistert von den Sportkursen. Zumindest von Zumba.
Mit Step Aerobic war ich bisher ganz zufrieden. Nach der ersten Stunde war es wirklich so, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben nach Sport gut gefühlt habe. Ich bin mit Rückenschmerzen hingegangen und kam ohne wieder. Obwohl ich das natürlich nicht zugeben wollte, hat mich das richtig gefreut.
Letzte Woche kam unsere Step Aerobic Trainerin allerdings auf die Idee, Krafttraining zu der Step Aerobic zu kombinieren. Also gut, jemand aus der Gruppe hatte sie gefragt, weil vor zwei Wochen der Kurs von einer vertreten wurde, die Hanteln und Matten (Sportgeräte, von denen vor allem letzteres meiner Meinung nach schon stark an die Foltermethoden der spanischen Inquisition erinnert) in ihr Programm eingebunden hat. Allem Anschein nach wurde im Kurs abgestimmt (ich war nicht da, ich nehme an, weil ich meine Stufe aus einem anderen Raum holen musste) und die Hälfte war für die Erweiterung des Programms. Deswegen machen wir jetzt jede zweite Woche Powerstep. Blöde Demokratie! Aber na ja, ich werde dann wohl jede zweite Woche nach der Hälfte der Zeit den Abgang machen.
Zumba, auf der anderen Seite, ist einfach cool. Man tanzt völlig bescheuert in der Halle herum, wie man es sonst nur machen würde, wenn man betrunken ist, hat jede Menge Spaß dabei und es ist kein bisschen peinlich, weil alle das machen. Es macht richtig Spaß.
Für alle, die nicht wissen, was Zumba ist: Unsere Trainerin hat das als Mischung aus Aerobic und lateinamerikanische Tänzen beschrieben. Ich habe das Gefühl, es ist vor allem Salsa und Chachacha dabei. In der ersten Stunde haben wir schon zu Waka Waka von Shakira getanzt. Aber mir gefallen die meisten Lieder, zu denen wir tanzen. Ihr könnt ja mal Zumba und Pégate youtuben.
Eigentlich wollten Lisa und ich den Kurs zusammen mit der anderen Lisa machen, aber nach einer Viertelstunde war der Kurs schon ausgebucht und Lisa und ich sind in den Zusatzkurs gekommen.
Letztes Mal war auch unsere Step Aerobic-Trainerin beim Zumba dabei. Es würde mich mal interessieren, wie sie es fand und ob sie den Kurs zwischendurch mit ihrem eigenen verglichen hat. Ich glaube nämlich, bei Zumba sind wir alle gut gelaunt. Die ganze Woche freue ich mich immer schon auf den Kurs und danach bin ich wirklich gut drauf, und das obwohl ich mittwochs einen wirklich harten Tag an der Uni habe.