Freitag, 23. Dezember 2011

Wünsch dir was – Wise Guys in der Gruga-Halle

Am Samstag waren wir (Lotta, Lisa und ich) beim Wise Guys Konzert in der Gruga-Halle. Das Konzert war das letzte 2011 und Teil der Wunschtour. Die Fans konnten schon länger für ihre Lieblingslieder abstimmen und auch während des Konzerts hatten wir viermal die Möglichkeit, uns zwischen zwei Liedern per Applaus zu entscheiden. Zwei Geräte haben die Lautstärke gemessen und das Lied, für das mehr gejubelt wurde, wurde gesungen. Durch die Wunschtour habe ich viele Lieder zum ersten Mal live gehört, was eindeutig ein Vorteil ist. Der Nachteil war allerdings, dass ich bei den Liedern, die es zur Abstimmung gab, immer lieber das hätte hören wollen, das nicht gewählt wurde und dann auch schon wusste, dass es nicht mehr gesungen werden würde, was schade war. Zwei oder dreimal ist es auch extrem knapp ausgefallen…

Leider war das Publikum – vor allem zu Beginn – etwas lahm. Nach dem ersten Lied meinte Dän, dass wir ja sehr leise gewesen wären, er habe sich schon gefragt, ob er bei der „Versteckten Kamera“ sei und vor einer leeren Halle auftreten würde.
Das erste Lied war „Jetzt ist Sommer“. Ein bisschen befremdlich im Winter, was vielleicht auch der Grund für die leicht verhaltene Reaktion der Essener war, aber Sommer ist bekanntlich das, was in deinem Kopf passiert. Also - warum nicht? Wenn es schon nicht schneit, möchte ich wenigstens Sommer haben.
Zum ersten Mal live habe ich auf jeden Fall „Du doof“, „Buddy Biber“ und „King of the Road“ gehört. Ehrlich gesagt, war ich ein bisschen verwirrt, dass sich anscheinend so viele Leute „Du doof“ gewünscht haben. Ich finde es eigentlich nicht so besonders – es gibt sehr viele bessere Lieder, aber vielleicht ist das einfach das, was viele Menschen gerne ihre Mitmenschen sagen wollen. An der Stelle, als die Bergpredigt mit „Selig sind die geistig Armen“ zitiert und die Frage gestellt wird, ob der Himmel denn so viele Selige verkraften könnte, meinte Wiebke. dass sie sich das auch oft fragen würde.
Bei „Buddy Biber“ war es sehr cool, die passenden Bewegungen dazu zu sehen. Und was mich auch immer wieder beeindruckt, ist wie sie die Geräusche nachmachen, die in Zeichentrickserien immer die Handlung begleiten. Das klingt richtig cool. In meinem Kopf ist dazu die ganze Zeit ein Film über den kleinen Biber und den bösen Förster abgelaufen.
Andere Lieder hatte ich natürlich schon live gesehen. „Jetzt und hier“, „Ruf doch mal an“ und „Wo der Pfeffer wächst“ waren mit Sicherheit bei der Spezialnacht 2008 dabei. „Mittsommernacht bei IKEA“ und „Hamlet“ (mit Aggro Hürth ;-)) habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, auf beiden Kirchentagen gehört.
In Dresden habe ich zum ersten Mal das neue Lied zu der Deutschen Bahn gehört. Das haben sie Samstag auch gesungen. Denn natürlich wollten sich die Wise Guys auf ihre Wunschtour auch etwas wünschen. Sie haben einige neue Lieder gesungen. Eins über Berlusconi, ein anderes über den vierzigsten Geburtstag.
Passend zur Wunschtour gab es auch ein Lied über das Wünschen. Dass man sich immer die Sachen wünscht, die eigentlich am unerreichbarsten sind. In der letzten Strophe hieß es auch „Ich wünsche mir, dass die Wise Guys den ‚Ohrwurm‘ wieder singen“. Herrlich, wie sie sich auch selbst aufs Korn nehmen können. Nach dem Lied dachte ich mir dann auch „Okay, das war’s. Sie werden ihn nicht singen.“ So ganz hatte ich die Hoffnung zwar nicht aufgegeben, schließlich war ich davon überzeugt, dass sich ziemlich viele den „Ohrwurm“ gewünscht hatten, und ich konnte mir schlecht vorstellen, dass die Wise Guys über eine so demokratische Entscheidung einfach hinweg gehen würden.
Dann wurde der Ohrwurm doch noch gesungen. Eddi und Nils haben sich ihr Liedduell geliefert („Ich sing dich an die Wand“) und bevor Nils die Sirene nachmacht, animiert Eddi ja immer das Publikum, den „Ohrwurm“-Refrain zu singen. Das bietet sich natürlich als Übergang zum „Ohrwurm“ an. Und tatsächlich – der „Ohrwurm“ kam als letztes Lied des regulären Konzertteils. Großartig! Ich habe mich total gefreut.

Musikalisch gesehen, war das Konzert total toll. Etwas frustrierend waren eben die anderen Zuschauer. Es wurde im Laufe des Konzerts zwar besser und wir waren auch nicht zu leise für die Messgeräte, wie schon gefürchtet wurde, aber irgendwie war die Stimmung nicht so mitreißend. Wenn ein Lied dann mal richtig Stimmung gemacht hat, ist die nach dem letzten Ton aber wieder abgeflaut. Lisa und ich trauten uns auch kaum, aufzustehen und mitzusingen, weil wir uns nicht sicher waren, wie die Leute um uns herum das finden würden. In der Reihe vor uns saßen nur Menschen mit grauen Haaren und die eine schien sich zwischendurch die Ohren zuzuhalten. Aber auch die jüngeren Fans schienen lieber zuhören als mitsingen zu wollen. Das war ziemlich schade. Vielleicht wäre es doch eine Überlegung wert, im Juni zum Tanzbrunnen nach Köln zu fahren. Drei Kinder im Block neben unserem waren aber richtig begeistert. Sie sprangen die ganze Zeit auf und ab. Das war sehr süß.

Am Schluss haben auch alle mehrere Zugaben verlangt. Die letzte Zugabe war dann „O come all ye faithful“. Das klang wunderschön und war sehr passend für ein Konzert kurz vor Weihnachten. Es ist im Moment zwar ziemlich stressig, aber bei dem Lied kam dann doch Weihnachtsstimmung auf.
Das absolut letzte Lied war „Das fremde Wesen“ beim Afterglow. Ein Mädchen aus Essen (oder zumindest der Umgebung) hat mit den Wise Guys zusammen das Lied gesungen. Sie hatten vor der Tour dazu aufgerufen, sich zu bewerben, weil die Sängerin, mit der sie das Lied sonst mitgesungen hatte, nicht bei allen Konzerten Zeit hatte. Das Mädchen hat das aber echt gut gemacht, es war zwar etwas leise, aber das lag sicher an der Aufregung. Wann singt man schon mit seiner Lieblingsband vor so vielen Menschen ein Lied zusammen?

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