Mein fünftes Semester habe ich als Erasmus-Studentin in Burgos verbracht. Was wäre auch ein Sprachstudium ohne Auslandsaufenthalt? Ich habe die Zeit trotz aller Herausforderungen sehr genossen und bin fest davon überzeugt, dass die sechs Monate mich ein ganzes Stück weitergebracht haben. Nicht nur sprachlich oder fachlich (so intensive Literatur-Seminare hatte ich zumindest im Spanischstudium nie wieder), sondern auch persönlich. Ich kann jedem nur empfehlen, ins Ausland zu gehen, wenn es irgendwie geht - völlig egal, ob ihr Sprachen studiert oder nicht.
Aber ja, für Sprachstudenten ist es nochmal wichtiger, eine Zeit im Ausland zu leben und im neuen Bachelorstudium ist es meines Wissens nach auch Pflicht. Nun studiere ich zwei Sprachen. Man kann sich aber nur einmal einen Studienaufenthalt von Erasmus fördern lassen. Es gibt natürlich einige Alternativen dazu. Zusätzlich zum Studium unterstützt Erasmus ein Praktikum im Ausland. So hat es Lisa gemacht. Es gibt auch verschiedene Stipendien vom DAAD (weltweit, nicht nur auf Europa konzentriert), da muss man sich einfach mal informieren.
Ich habe mich aber für etwas anderes entschieden: Im Dezember habe ich mich beim PAD (Pädagogischer Austauschdienst) um eine Stelle als Fremdsprachenassistentin im Vereinigten Königreich beworben. Im Januar wurde ich zu einem Interview/ Vorstellungsgespräch in eine Schule in der Nähe eingeladen, mit dessen Ausgang ich - trotz eines peinlichen Versprechers und dem Gefühl, ich hätte dieses oder jenes noch zusätzlich oder anderes sagen sollen - recht zufrieden war. Danach musste ich lange warten. Meine Bewerbungsunterlagen waren nämlich zunächst nur auf Landesebene begutachtet worden, gingen nach dem Interview an die bundesweite Geschäftsstelle weiter, die dann Ende April Zu- bzw. Absagen verschicken sollte.
Ende April kam und ging, aber nichts passierte. Ich bin einer Gruppe auf Facebook beigetreten, in der viele Bewerber auf einen positiven Bescheid warteten. Die ersten Absagen trafen ein. Und dann - vor etwas über einer Woche bekam ich Post. Der Brief ging an meine Eltern, weil die Behörden eine Adresse haben wollten, die vor, während und nach dem Aufenthalt gültig ist. Eines Nachmittags bekam ich eine SMS von meinem Vater, dass ich eine Zusage erhalten habe und vermutlich nach Schottland komme. Die Region, die ich mir gewünscht hatte. Ich konnte es kaum glauben, aber habe mich total gefreut. Das nächste Auslandsabenteuer steht also vor der Tür.
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