Dienstag, 1. Oktober 2013

Dromedare und Seeigel (Jordanien Tag 8)



8:38 Uhr
Wir haben gerade an einem Aussichtspunt angehalten, von dem wir noch einmal auf Petra blicken konnten. Wir haben den Berg gesehen, auf dem das Aaronsgrab verortet wird (der Berg auf dem die Gruppe von Frau G. gestern gewandert ist). Mirjams Grab wird in dem Kloster verortet, zu dem die andere Gruppe gewandert ist, weil der Ort, der in der Bibel als ihr Sterbeort genannt wird, mit Petra identifiziert wird und weil man zum Grab von Aaron das von Mirjam noch gut gebrauchen konnte (männlich – weiblich und so).

12:38 Uhr
Wir sind von der Jeep-Tour aus dem Wadi Rum zurück. Das war extrem cool. Wir wurden auf verschiedene Jeeps aufgeteilt und saßen jeweils zu sechst auf einem. Die Jeeps waren offen, hatten aber einen Baldachin, der Schatten spendete.
Die Pillars of Wisdom
Nach der Verteilung ging es ab in die Wüste. Zuerst war es steinig, dann wurde es sandig. Rechts und links von uns erhoben sich ein paar Berge, aber insgesamt konnte man eine weite Fläche überblicken. An einer Düne stiegen wir aus und gingen nach oben. 
Von dort konnten wir noch ein wenig weiter sehen. Tareg hat sein Referat über die Geographie Jordaniens mithilfe einer in den Sand gemalten Karte gehalten.
Danach fuhren wir weiter zu einem Beduinenzelt. Bevor wir aber herein durften, zeigte Ahmad uns ein paar Zeichnungen an einer Felswand. Nicht alle davon sind Originale, aber früher kommunizierten die Karawanen über solche Zeichnungen mit einander. Im Zelt erklärte Ahmad, dass ein Teil des Zeltes offen ist. Dieser Teil ist für Männer und Gäste. Frauen und Kinder unter 13 Jahren blieben in einem abgetrennten und abgeschirmten Bereich des Zelts. In der Mitte des offenen Bereichs gibt es ein Feuer, auf dem (Tee) gekocht wird.
Dromedare
Motorisierte Karawane
Wir bekamen Tee und wer wollte, konnte auf einem Dromedar reiten. Ich habe mich dagegen entschieden, aber ich habe mir einen Schal gekauft. Die Entscheidung war ganz gut, denn als Geburtstagsgeschenk für Frodo fahren wir gerade nach Aqaba, wo wir für 10 Dinar im Roten Meer schwimmen können. Mein erster Impuls war, nicht zu schwimmen, weil ich es doof finde, Geld für den Strand zu bezahlen und keine Lust habe, gleich in meinem Koffer zu graben. Schwimmen war für mich eigentlich abgeschlossen. Aber es wäre ja blöd, ans Meer zu fahren und nicht zu schwimmen. Und vor allem: Wann komme ich schon mal wieder ans Rote Meer?
Nach dem Beduinenzelt hielten wir noch an einem Felsen, in den Bilder von Lawrence von Arabien und Prinz Abdullah gehauen waren, allerdings sind diese Bilder auch keine Originale. An diesen Felsen sammelten wir auch die Dromedarreiter wieder ein. Danach ging es zurück zum Besucherzentrum.
Die Fahrt war wirklich lustig. Alles wackelte und staubte und die Fahrer versuchten sich gegenseitig zu überholen. Ein Fahrer (zum Glück nicht unserer) wirkte kaum älter als zwölf. Der schien ganz besonders viel Spaß zu haben. Weil unser Polizist bei ihm auf dem Beifahrersitz saß, haben wir auch gelästert, dass der Kleine gerade seine Fahrprüfung machte. Zurück am Bus musste ich erst mal meine Schuhe ausleeren, weil so viel Sand darin war.

15:30 Uhr
Schwimmen im Roten Meer war toll. Die zehn Dinare mussten alle zahlen, auch die, die nicht ins Wasser wollten. Für die wurde aber raus gehandelt, dass sie für den Eintrittspreis etwas zu essen bekamen. Ich habe mich für das Schwimmen entschieden.
Es war wunderbar erfrischend und schön, mal wieder richtig im Meer zu schwimmen. Allerdings habe ich mich ziemlich am Rand gehalten, weil die Felsen recht nah an der Wasseroberfläche waren und ich Schiss hatte, dagegen zu kommen und mich zu verletzen. Vermutlich führte deswegen ein Steg ins Wasser. Den habe ich aber ignoriert, weil ich Wasser-technisch durch das Mittelmeer sozialisiert bin und mir dachte, dass ich wegen der kleinen Steinchen am Rand doch nicht über den Steg laufen müsste. Weiter hinten wäre vermutlich mehr Wasser zwischen den Felsen und mir gewesen, aber ich war auch eigentlich ganz glücklich im flachen Wasser mal mit Kristina, mal alleine hin und her zu schwimmen und zu entspannen.
Annikas Schwimmvergnügen endete sehr schnell, weil sie auf einen Seeigel trat. Sie hat auf dieser Fahrt echt Pech. Zuerst hat sie sich das Knie verletzt, dann kam noch der Seeigel dazu! Ab dem Moment haben wir auch alle genau aufgepasst, war unter uns war (gut, ich habe fast nichts gesehen, aber ich habe dann einfach Nicht-den-Boden-berühren gespielt). Carina ging mit Annika an Land und Daniela hat sich um ihren Fuß gekümmert. Carina, Ann-Kathrin und ich (als ich dann irgendwann mal aus dem Wasser kam) haben Annika etwas erzählt, um sie abzulenken, als sich Daniela mit einer Pinzette an Annikas Fuß zu schaffen machen. Annika meinte: „Und meinte Mutter hat gesagt: ‚Komm gesund wieder!‘“ Na ja, streng genommen ist Annika ja auch nicht krank…
Den restlichen Tag werden wir im Bus verbringen und nach Amman fahren. Morgen darf ich mein Referat halten. Meine Vorfreude ist grenzenlos. Ich könnte mir meine Notizen durchlesen, aber ich glaube, ich schreibe erst mal Postkarten.

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