Die Uni hat mich wieder. Mit beiden krallenartigen Händen hat sich mich fest gepackt und lässt mich so schnell nicht wieder los. Mit 28 Semesterwochenstunden im Gepäck war ich aber auch eine leichte Beute für sie.
Seit diesem Semester studiere ich noch Religion als Drittfach und hoffe damit später im Beruf nicht in Klausuren zu ertrinken. Im Moment hat das aber noch den Effekt, dass ich einen vollen Stundenplan habe. Zumindest einer der Kurse war auch nicht eingeplant, nur leider wurde mir in der ersten Stunde Religionspädagogik noch ein Tutorium in den Plan gequetscht. Immerhin machen wir da meist früher Schluss.
In meinem ersten Semester hatte ich auch 28 Semesterwochenstunden und es ging. Es war natürlich anstrengend, weil alles neu war, aber ich überlegte mir, wenn es vor 3 Jahren ging, geht es dieses Jahr wieder. Das Problem ist, dass ich im ersten Semester nur Klausuren geschrieben habe. Dementsprechend waren die letzten zwei Wochen des Semesters superstressig während ich sonst nur Probleme mit Latein hatte. Dieses Semester aber muss ich in ganz vielen Kursen Portfolios oder Aufgaben anstelle einer Klausur abgeben. Und das ist Arbeit.
Aber am meisten quäle ich mich mit Hebräisch. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich mich nach Latein nie mehr mit einer toten Sprache herumschlagen würde müssen. Weit verfehlt. Ich konnte mir aussuchen, ob ich ein Semester Hebräisch oder ein Semester Altgriechisch machen will, und habe mich für Hebräisch entschieden. Ob ich doch besser Griechisch genommen hätte, weiß ich nicht.
Mein absoluter Lieblingskurs war schon vor der ersten Stunde ein Seminar in Englisch. "Wizardry, Wonderland and Wicked Witches - Exploring Children's Fiction" Wir lesen Alice in Woderland, The Last Unicorn und Harry Potter and the Philosopher's Stone. Außerdem stehen im Reader vier Märchen und Ausschnitte aus unter anderem The Hobbit, The Amulet of Samarkand und Charly and the Chocolate Factory. Das ist doch wirklich ein Wunsch-Seminar. Ich hätte auch wirklich Lust, da eine Hausarbeit zu schreiben, ich muss mich nur noch für eins der tollen Bücher entscheiden. Wie wäre es mit der Rolle der Slytherins in Harry Potter? Nur über ein Buch dürfen wir keine Hausarbeit schreiben. Twilight. Was für ein Verlust. ;-)
In ESL habe ich ein Seminar zu Lehrerprofessionalität. Es ist okay. Als ich den Dozenten das erste Mal gesehen habe, dachte ich, es wäre der Hiwi des BWL-Profs, der vorher in dem Raum war. War er aber nicht (außerdem ist in dem Raum vorher ein Proseminar zu Cervantes wie ich letzte Woche festgestellt habe). Die interessanteren ESL-Seminare, die ich dieses Semester habe, sind eh die Blockseminare. Eins ist ein Gruppendynamisches Training und findet Ende September in einer Jugendherberge statt. Das andere behandelt die "religiöse und kulturelle Heterogenität" der Schüler. Ich bin gespannt.
Spanisch ist auch ganz okay. Mein Transcript of Records ist erst vorgestern bei meinen Eltern angekommen (wenn es überhaupt das ist), deswegen konnte ich mir noch keine Kurse anrechnen lassen. Also habe ich die Einführung in die Fachdidaktik, eine Vorlesung und zwei Sprachkurse belegt. So sehr ich mich freue, wieder Englisch zu studieren (auch wenn ich mich noch nicht wieder richtig in die Sprache eingefunden habe), so sehr bin ich von Spanisch enttäuscht. Die Veranstaltungen sind entweder wieder auf Deutsch oder der Prof spricht so langsam und wiederholt jeden zweiten Satz dreimal auf Spanisch und dann einmal auf Deutsch, dass ich mir jede Stunde eine Nebenbeschäftigung suchen muss, um nicht einzuschlafen (zu allem Überfluss hat der Sadist die Vorlesung auch auf acht Uhr morgens gelegt). Es will mir einfach nicht in den Kopf, dass so sehr auf die Studenten Rücksicht genommen wird, die ohne Spanischkenntnisse zur Uni kommen. Ich meine, es ist zwar nett, aber dann sollten sie die Vorlesungen in Grund- und Hauptstudium unterteilen.
Dieses Semester wird also sicher ein sehr arbeitsreiches, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass ich es schaffe. Ich muss nur zusehen, dass ich mir die Arbeit vernünftig einteile. Schon jetzt merke ich mit Erstaunen, wie viel ich in zwei oder drei Stunden schaffe, wenn ich ausgeschlafen bin.
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