Ein alter Blogeintrag von einem anderen, schon gelöschten Blog über den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München:
Ich bin zusammen mit meiner Schwester über unsere Heimatgemeinde gefahren. Auch wenn es nass und voll war, hat es eigentlich total Spaß gemacht. Am besten war natürlich das Wise Guys Konzert am Donnerstag. Wir - Mirjam, eine Freundin von ihr, Lisa und ich - waren schon um 16 Uhr da und haben noch den Soundcheck mitbekommen, kamen also schon richtig in Stimmung. Das konnte auch der mal mehr mal weniger starke Nieselregen, der auch während des gesamten Konzerts anhielt, nicht ändern. Zwischen dem Soundcheck und dem Beginn der Vorgruppe haben wir uns auf den Boden gesetzt und uns beim Warten mit den anderen Fans sozialisiert. Hinter uns stand ein Geschwisterpaar aus Hamburg und vor uns hatten wir eine vielleicht Achtjährige gelassen, um sie später auf die Absperrung setzen zu können. Ganz vorne waren wir leider nicht, weil die Absperrung vor uns erst später geöffnet wurde, wir so ungünstig standen, dass wir nicht mit reinkamen und deswegen vor uns noch einige viele standen. Mit Regenschirmen.
In jeder Pause zwischen den Liedern der Vorgruppe sind wir hinter der Absperrung in einen "Schirme zu"-Singsang verfallen, der aber wenig Erfolg hatte. Als die Wise Guys dann auf die Bühne kamen, haben sie alle, die einen Regenschirm dabei hatten, aufgefordert, sie alle gleichzeitig aufzuspannen und danach wieder wegzupacken. Letzteres haben sie eher durch die Blume gesagt, aber es hat gewirkt.
Danach war die Stimmung einfach gigantisch. Alle haben mitgesungen und geklatscht und zumindest ich habe gar nicht mehr gemerkt, dass ich kalt und nass war (ich hatte mir allerdings auch während dem Auftritt der Vorgruppe Wollsocken angezogen). Die Wise Guys haben auch ein Video gedreht und so lustige Sachen mit uns gemacht wie alle gleichzeitig drehen, mit einem Arm in der Luft, den Kirchtagsschal schwenken, alle gleichzeitig den Blitz der Kamera auslösen und natürlich die obligatorische Laola-Welle. ;-)
In der Bahn hat sich die Stimmung gehalten. Wir sind singend die Rolltreppe heruntergezogen (immerhin waren 40.000 Leute auf der Theresienwiese) und waren auf dem Bahnsteig so laut, dass die Sicherheitsbeamten, die aufpassen sollten, dass beim Einsteigen in die Bahn alles glatt lief, ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen konnten... Ich glaube, die waren etwas genervt von uns.
Aber auch die anderen Veranstaltungen - wenn man denn reingelassen wurde... - waren gut. Ich habe die meiste Zeit im Zentrum der Jugend verbracht. Da hatten sie teilweise richtig schöne Mitmachaktionen. Ich habe z.B. zwei Hoffnungstücher gemalt & getauscht, bei einer Art Stationen-"Lernen" zu den Seligpreisungen und einem zur Gottesvorstellung mitgemacht, im Eine-Welt-Dorf Alponas (indianische Kreidemalereien auf der Straße) gemalt, meine Meinung auf einer Fußbodenzeitung festgehalten (dafür kriegte man auch Schokolade :-D) und ein Podium gegen die Todesstrafe besucht. Was daran neben der Thematik ganz spannend war, war dass der ehemalige (unschuldige) Todeskandidat ein Spanier war, der in Amerika gelebt hat. Ich hatte gehofft, er würde Spanisch reden, aber die Veranstaltung war dann auf Englisch mit einem jugendlichen Dolmetscher, der es ganz ordentlich gemacht hat.
Außerdem war ich an Himmelfahrt bei einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel - und natürlich bei Nieselregen - wo es eine wirklich gute Akustik gab. Der musikalische Leiter sprach von einer "klanglichen Kathedrale", die wir aufgebaut hätten... Jaha... :-)
Beim Abschlussgottesdienst habe ich aber vielleicht gefroren (ich hätte meine Wollsocken wieder anziehen sollen). Es war sch***kalt, aber wie einer der Veranstalter meinte: "Die deutsche Ökumene ist wetterfest". Jedenfalls wetterfester als ich mich da gerade gefühlt habe... Insgesamt war es wirklich schön.
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